Wiener Steuerberater soll Kunden um 6,5 Millionen Euro betrogen haben

Wiener Steuerberater soll Kunden um 6,5 Millionen Euro betrogen haben

Ein angesehener Wiener Steuerberater und Wirtschaftsprüfer steht im Zentrum eines Finanzskandals. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts des schweren Betrugs und der Untreue. Er soll als Vermögensverwalter ihm anvertraute Gelder in Höhe von bis zu 6,5 Millionen Euro veruntreut haben.

Über zwei Dutzend Opfer und dubiose Investments

Laut gesicherten Informationen der APA sind weit über zwei Dutzend Kunden betroffen. Der Steuerberater soll verschiedene Investitionsmodelle betrieben und seinen Kunden hohe Renditen versprochen haben. Wie oe24 berichtet, legte er Gelder unter anderem über ein Sammeldepot bei einer Bank an. Sein Portfolio umfasste neben angeblich sicheren Anlagen auch Aktien einer zweifelhaften Gesellschaft mit Sitz auf den Bahamas.

Als sich die Investitionen schlecht entwickelten, griff der Beschuldigte offenbar zu drastischen Maßnahmen. Er soll Gelder nach dem „Loch-auf-Loch-zu-Prinzip“ umgeschichtet haben, um fällige Auszahlungen mit dem Geld anderer Kunden zu decken. Betroffene wurden mit Ausreden vertröstet, die von Gesetzesänderungen über Probleme mit der Finanzmarktaufsicht bis zu den Auswirkungen von Corona und Donald Trump reichten.

Falsche Berichte und „blindes Vertrauen“

Um die Kunden bei Laune zu halten, wurden laut den Ermittlungen in manchen Fällen Performance-Berichte gefälscht, die Gewinne vortäuschten. Dies veranlasste einige Anleger sogar, weiteres Geld zu überweisen oder in bar zu übergeben. Eine Kundin, die dem Mann nach eigenen Angaben „blind vertraute“, übergab ihm 400.000 Euro in bar. Ihr wurde erklärt, ein Anwalt würde das Geld in die Schweiz bringen, von wo es auf den Bahamas angelegt werden würde.

Selbstanzeige und zynische Aussage

Ende Mai 2025 erstattete der Steuerberater schließlich Selbstanzeige beim Landeskriminalamt Wien. Er gab an, sein „jahrelang aufgebautes Lebenswerk zerstört“ zu haben. Bereits zuvor soll er einer Kundin gegenüber gestanden haben, dass das Geld weg sei. Mit den Worten „Dann geh ich halt in Häf’n“ soll er die Konsequenzen kommentiert haben.

Die Ermittlungen der WKStA konzentrieren sich auch auf eine nahe Verwandte, die als Mitbeschuldigte gilt. Brisant ist zudem eine Überweisung von 1,5 Millionen Euro an Verwandte im Januar 2025, als die finanzielle Schieflage bereits offensichtlich war. Es wird geprüft, ob dadurch andere Gläubiger vorsätzlich geschädigt wurden.

Quellen: oe24.at, APA
Credits: APA

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