Wiener Grünen fordern drastische Preissenkung für Öffi-Jahreskarte

Wiener Grünen fordern drastische Preissenkung für Öffi-Jahreskarte

Die Wiener Grünen haben einen ambitionierten Vorschlag präsentiert, der vor allem junge Menschen in der Stadt entlasten soll. Im Fokus steht dabei eine drastische Reduktion der Kosten für die Jahreskarte der Wiener Linien für Unter-26-Jährige auf nur 79 Euro. Dieser Vorschlag ist Teil eines umfassenden Vier-Punkte-Plans, der auch Maßnahmen gegen hohe Mieten, Jugendarbeitslosigkeit und Einsamkeit umfasst.

Junge Menschen unter Druck

Wie Judith Pühringer, Parteichefin der Wiener Grünen, in einer Pressekonferenz erklärte, stehen junge Menschen in Wien zunehmend unter Druck. Steigende Gebühren, teure Mieten und ein Mangel an Lehrstellen sorgen für Zukunftsängste. Besonders die Kosten für das Wiener-Linien-Ticket seien ein Problem: Diese seien für Studierende in den letzten Jahren um 100 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei es schwierig, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Laut Pühringer gibt es beispielsweise für 230 Lehrstellen in städtischen Betrieben über 10.000 Bewerbungen.

Einsamkeit als unterschätztes Problem

Neben finanziellen und beruflichen Herausforderungen leiden viele junge Menschen auch unter Einsamkeit. Jugendsprecher Theo Löcker betonte, dass Einsamkeit oft stigmatisiert werde. Viele würden annehmen, dass junge Menschen, die viel Zeit am Handy verbringen, nicht einsam sein könnten. Doch das sei ein Trugschluss, so Löcker. Die Grünen haben daher Initiativen wie ein Buddy-Projekt in Fitnessstudios gestartet, um soziale Netzwerke zu stärken.

Forderungen an die Stadt

Neben dem günstigen Öffi-Ticket fordern die Grünen auch einen Wohnungskautionsfonds, wie er bereits in Graz existiert, sowie einen erleichterten Zugang zu Gemeindebauten. Zudem sollen die Lehrstellen in städtischen Betrieben ausgebaut und ein Fonds zur Unterstützung der dualen Ausbildung eingerichtet werden. Als Vorbild dient hier die deutsche Stadt Bremen.

Die Grünen hoffen, mit diesen Maßnahmen nicht nur die Lebensqualität junger Menschen zu verbessern, sondern auch deren Vertrauen in die Politik zu stärken. Laut einer aktuellen Untersuchung des Demokratiemonitors fühlen sich viele Jugendliche von der Politik nicht gehört.

Quellen: oe24.at, APA
Credits: APA

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