Wien zieht die Schrauben an: Ab 8. Mai gilt rund um den Westbahnhof ein Alkoholkonsumverbot, der Fritz-Imhoff-Park wird zur Schutzzone. Stadt und Polizei präsentierten ein umfassendes Maßnahmenpaket.
Alkoholverbot und Schutzzone – die Kernmaßnahmen
Ab 8. Mai wird im und um den Westbahnhof ein Alkoholkonsumverbot verhängt. Wie ORF Wien berichtete, wird gleichzeitig rund um den Fritz-Imhoff-Park in Wien-Mariahilf nahe der U6-Station Gumpendorfer Straße eine Schutzzone nach dem Sicherheitspolizeigesetz eingerichtet. Ausgenommen vom Alkoholverbot sind lediglich die Lokale innerhalb des Bahnhofsgebäudes selbst.
Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl begründete die Maßnahmen laut ORF Wien mit der Notwendigkeit, „Gewalttaten vorzubeugen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und der Polizei ein rasches und wirksames Einschreiten bei problematischen Erscheinungsbildern im öffentlichen Raum zu ermöglichen.“
In der Schutzzone – im Fritz-Imhoff-Park befindet sich ein Kinderspielplatz – kann die Polizei Personen, von denen Gefahren ausgehen, wegweisen und mit einem Betretungsverbot belegen. Die Verordnung gilt zunächst für maximal sechs Monate, kann aber danach erneut erlassen werden. Der Fokus liegt laut ORF Wien auf der Bekämpfung von Drogenhandel – Suchtkranke sollen jedoch weiterhin Zugang zu Versorgungsangeboten haben.
Ähnliche Alkoholkonsumverbotszonen gibt es in Wien bereits am Praterstern und am Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf.
Wiener Linien, Polizei und Suchthilfe ziehen an einem Strang
Das Maßnahmenpaket geht weit über das Alkoholverbot hinaus. Wie ORF Wien berichtete, verstärken die Wiener Linien ihren Sicherheitsdienst in der Station Gumpendorfer Straße mit fixen Standposten in den Hauptverkehrszeiten. Nicht genutzte Durchgänge wurden bereits versperrt, die Beleuchtung verbessert und Sitzbänke werden entfernt oder versetzt – um die Aufenthaltsdauer gezielt zu reduzieren.
Die Polizei erhält laut ORF Wien einen eigenen Container vor Ort, da die nächste Polizeiinspektion weiter entfernt liegt. In den frühen Abendstunden ist sie mit einem fixen Standposten präsent, tagsüber kommt sie regelmäßig vorbei.
Die Initiative „helpU“ – eine Kooperation der Wiener Linien mit der Suchthilfe Wien – wird täglich vor Ort sein. Die mobile Sozialarbeit der Suchthilfe wird ausgebaut, bei der Substitutionsbehandlung will man schneller gegen Missbrauch und illegalen Handel vorgehen. Klienten der Suchthilfe sollen zudem Entsorgungsbehälter für Spritzen erhalten.
Park wird umgestaltet – Reinigung intensiviert
Auf städtischer Seite soll der Fritz-Imhoff-Park laut ORF Wien umgestaltet werden, um die Nutzergruppen besser durchzumischen. Ein zusätzlicher Zaun soll den Park nachts absperrbar machen. Die MA 48 wird den gesamten Bereich rund um Westbahnhof und Gumpendorfer Gürtel künftig häufiger reinigen, die MA 42 führt öfter Grünschnittarbeiten durch.
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bezeichnete das Paket laut ORF Wien als „Ergebnis einer guten und konsequenten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Wiener Polizei.“
Credits: Von Gugerell – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27860186
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