Man arbeitet Überstunden – doch ab 2026 droht die böse Überraschung: Wer jetzt noch richtig reinhaut, wird beim Lohn netto abgestraft. Das plant zumindest die Regierung im Zuge ihrer Arbeitsrechtsreformen, wie kürzlich berichtet wurde.
Was hat sich aktuell geändert?
Für die Jahre 2024 und 2025 gilt eine deutlich erweiterte Steuerfreigrenze für Überstunden: Bis zu 18 Überstunden im Monat können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steuerfrei machen, und das bis zu einem Betrag von 200 Euro im Monat. Diese Regelung war als Teil der Kalten-Progressions-Abschaffung eingeführt worden, um Mehrarbeit attraktiver zu machen und Arbeitnehmer zu entlasten. So vermeldet es die Nachrichtenplattform oe24.at in einem aktuellen Bericht.
Doch ab 2026 wird’s enger: Freibetrag halbiert
Ab dem Jahr 2026 sinkt der steuerfreie Betrag für Überstunden drastisch auf nur noch 120 Euro pro Monat. Außerdem gilt dann nur noch ein Freibetrag für maximal 10 Überstunden statt der bisherigen 18. Wer also weiterhin viel Mehrarbeit leistet, lebt künftig mit deutlich weniger Netto vom Brutto. Das bestätigt ein Trend, der bereits in mehreren Wirtschaftsmedien und bei der Wirtschaftskammer thematisiert wird (krone.at, awblog.at).
Regierung reagiert – aber nicht einheitlich
Die ÖVP will laut eigenen Angaben die aktuelle Regelung über 2025 hinaus verlängern und argumentiert, dass steuerliche Begünstigungen für Arbeit Anreiz und Motivation schaffen. Die SPÖ hingegen übt Kritik an der geplanten Kürzung ab 2026 und sieht darin eine Belastung für jene, die mehr leisten. Auch Gewerkschaften warnen davor, dass Mitarbeiter mit vielen Überstunden dadurch künftig finanziell benachteiligt würden (oe24.at, heute.at).
Was bedeutet das konkret für Arbeitende?
Wer also im kommenden Jahr regelmäßig Mehrarbeit leistet, darf sich noch über einen stattlichen Steuerfreibetrag freuen. Aber ab 2026 heißt es dann rechnen: Nur mehr die Hälfte der bisherigen Überstunden sind steuerlich begünstigt. Überstunden werden damit weniger lukrativ, was nach Meinung vieler Experten womöglich zu weniger Engagement jenseits der regulären Arbeitszeit führen könnte.
Noch eine kleine Reform am Rande
Neben der Überstundenregel will die Regierung ab 2027 auch steuerliche Begünstigungen für Zuschläge auf Überstunden prüfen – das steht allerdings noch unter Vorbehalt und Budgetdiskussionen (deloitte.com).
Die Arbeitnehmer können also aufatmen – aber nur noch für kurze Zeit. Die neue Überstundenregel landet mitten in der heißen Debatte um Arbeit, Motivation und faire Entlohnung in Österreich.
Quellen:
- oe24.at: https://www.oe24.at/oesterreich/politik/parteien/neue-ueberstunden-regel-das-plant-die-regierung-jetzt/653876019
- krone.at: https://www.krone.at/3937193
- awblog.at: https://www.awblog.at/Wirtschaft/Steuervorteile-fuer-Ueberstunden
- heute.at: https://www.heute.at/s/mehr-steuern-wer-viel-arbeitet-soll-nun-draufzahlen-120139794
- deloitte.com: https://www.deloitte.com/at/de/services/tax/blogs/2025/regierungsprogramm-2025-2029.html
Credits: APA
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