Die Causa rund um den ehemaligen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann nimmt eine neue Wendung. Das mutmaßliche Opfer sexueller Belästigung meldet sich erstmals öffentlich zu Wort und widerspricht den bisherigen Darstellungen des Ex-ORF-Chefs. In einem Schreiben, das oe24 vorliegt, stellt die Frau klar: „Es gab nie eine Liebesbeziehung oder Affäre.“
„Ich bin bereit, unter Eid auszusagen“
In ihrem Statement betont die Frau, dass es weder eine Affäre noch „intimen physischen Kontakt“ gegeben habe. „Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären“, heißt es in dem Schreiben. Weißmanns Anwalt hatte zuvor behauptet, die Beziehung sei „in beidseitigem Interesse“ gewesen. Die Frau wehrt sich zudem gegen Vorwürfe, sie sei Teil einer Intrige: „Ich wurde diskreditiert und diffamiert. Es wurde mir unterstellt, aus sachfremden Überlegungen zu handeln.“
Weißmann kontert mit Strafanzeige
Während die Frau ihre Sicht der Dinge schildert, geht Weißmann in die Offensive. Laut ORF.at hat er eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Sein Anwalt Norbert Wess spricht von „strafrechtlich relevantem Verhalten mehrerer Personen“. Details zu den Vorwürfen oder den betroffenen Personen wurden jedoch nicht genannt.
ORF unter Druck: Neue Chefin verspricht Transparenz
Nach Weißmanns Rücktritt hat Ingrid Thurnher interimistisch die Leitung des ORF übernommen. Sie kündigte laut nachrichten.at „volle Transparenz“ an und will eine externe Firma zur Aufklärung der Vorwürfe hinzuziehen. Zudem soll eine Taskforce zur Führungskultur eingerichtet werden. Die Compliance-Stelle des ORF wurde ebenfalls eingeschaltet.
„Ablenkungsmanöver“ oder ernsthafte Schritte?
Das mutmaßliche Opfer sieht in Weißmanns Anzeige ein „durchsichtiges Ablenkungsmanöver“. Sie betont, dass sie dem ORF mehrfach Gespräche und die Vorlage von Unterlagen angeboten habe, um die Vorwürfe transparent zu klären. „Ich möchte die Verbreitung weiterer Unwahrheiten vermeiden und der Öffentlichkeit ein klares Bild geben“, so die Frau.
Ein Fall, der Österreich bewegt
Die Vorwürfe gegen Weißmann und die Reaktionen darauf werfen ein Schlaglicht auf die Machtstrukturen im ORF. Während die rechtliche Aufarbeitung noch Wochen dauern könnte, bleibt die öffentliche Diskussion hitzig. Für Weißmann gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Quellen: oe24.at, nachrichten.at, orf.at
Credits: APA
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