Weidel in Wien: AfD-Chefin fordert Schengen- und Euro-Ausstieg, lobt FPÖ

Weidel in Wien: AfD-Chefin fordert Schengen- und Euro-Ausstieg, lobt FPÖ

AfD-Chefin Alice Weidel hat ihren Wien-Besuch für eine Reihe politischer Kampfansagen genutzt. Im ZDF-Sommerinterview forderte sie einen radikalen Kurswechsel bei Migration und Europa – und wagte gleich eine Prognose, was ein FPÖ-Wahlsieg in Österreich bedeuten würde.

Scharfe Kritik an der Syrien-Politik

Besonders deutlich äußerte sich Weidel zur Migration aus Syrien. „Uns wurde doch damals gesagt: Wenn der Fluchtgrund entfällt, werden sie alle wieder zurückgeführt. Nichts dergleichen passiert“, kritisierte sie. Auch die deutsche Bundesregierung griff sie frontal an: „Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen.“ Deutschland werde derzeit „kaputt gemacht“, so Weidel.

Forderung nach Schengen-Austritt

Die AfD-Chefin bekräftigte zudem ihre Forderung nach einem deutschen Ausstieg aus dem Schengen-Raum: „Dieser Vertrag wird aufgekündigt.“ An den Grenzen will sie deutlich härter vorgehen: „Wir werden sie zumachen, wir werden aus Schengen aussteigen, damit solche Leute wie aus Ceuta gar nicht mehr zu uns kommen.“ Das Schengen-System ermöglicht grundsätzlich Reisen ohne Kontrollen an den Binnengrenzen der teilnehmenden Staaten – Deutschland kontrolliert allerdings bereits seit September 2024 wieder an allen seinen Landgrenzen.

Auch der Euro soll fallen

Neben Schengen stellte Weidel auch die gemeinsame europäische Währung infrage und bekräftigte die AfD-Forderung nach einem deutschen Euro-Ausstieg. Die Gemeinschaftswährung führe aus ihrer Sicht zu einer „riesigen Umverteilung“ sowie einer „breiten Verarmung arbeitender Bevölkerungsschichten“. Sie bezeichnete den Euro zudem als künftige „Weichwährung“ – Deutschland sei vor dessen Einführung „deutlich besser“ dagestanden.

Zeitlicher Kontext: Wahl in Sachsen-Anhalt

Die Aussagen fallen kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, wo die AfD laut aktuellen Umfragen vorne liegt. Der dortige Landesverband gilt als „gesichert rechtsextrem“. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnte unterdessen vor den wirtschaftlichen Folgen eines AfD-Kurses: Eine Umsetzung würde „die Lage der meisten Menschen messbar schlechter“ machen.

Lob für die steirische FPÖ

Ihren Aufenthalt in Österreich begründete Weidel auch mit Gesprächen mit der FPÖ, von der man lernen wolle. Besonders positiv äußerte sie sich über die steirische Landesregierung unter Landeshauptmann Mario Kunasek, die einen „unglaublich guten Job“ mache. „Da können wir natürlich auch sehr viel von der FPÖ lernen“, so Weidel.

Offen für Zusammenarbeit auch über die AfD hinaus

Auch für die politische Zukunft Deutschlands zeigte sich Weidel zuversichtlich: „Ich bin bereit, mit jedem zu arbeiten, solange er fähig ist und die Interessen unseres Landes im Auge hat.“ Die CDU werde wegen ihrer Abgrenzung gegenüber der AfD ihrer Ansicht nach „keine einzige Bundestagswahl mehr gewinnen“.

Kritik am Klimaschutz

Auch beim Klimaschutz legte Weidel nach: Sie sprach vom „sogenannten Klimaschutz“ und erklärte, Klimawandel habe es „immer schon gegeben“. Die AfD lehne ein „Schleifen des industriellen Kerns“, ein „Versperren der Innenstädte“ für Autos sowie ein Verbrennerverbot ab.

Die zentrale Prognose für Österreich

Zum Abschluss wagte Weidel eine klare Prognose für den Fall eines FPÖ-Wahlsiegs in Österreich: „Und ich kann Ihnen sagen: Wenn die FPÖ hier gewinnt in Österreich, wird auch dieses ganze Zeug abgeschafft.“

Credits: Thomas Köhler / photothek

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