Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) schließt am Dienstag seine Sommertour durch Österreich ab – standesgemäß in Linz, wo die Reihe an Bürgergesprächen im Juli auch begonnen hatte. Im Gepäck: eine bereits mehrfach thematisierte Entschuldigung für einen Sager, der die Tour zuletzt überschattet hatte.
Seit Mitte Juli unterwegs
Seit Mitte Juli reist Stocker im Rahmen seiner „Sommertour“ quer durch Österreich und stellt sich dabei Bürgerfragen zu allen Themen. Am Dienstag, dem 25. August, findet die Veranstaltungsreihe nun ihren Abschluss – wieder in Linz, wo alles begann. „Der Bundeskanzler sucht bewusst das Gespräch mit den Menschen abseits von Parteipolitik und ideologischer Ausrichtung. Alle Fragen sind willkommen“, hieß es im Vorfeld aus dem Kanzleramt gegenüber oe24.
Der Sager, der die Tour überschattete
Für erhebliche Aufmerksamkeit sorgte die Sommertour bereits Mitte August, als eine Teilnehmerin Stocker fragte, wie er Frauen und Kinder im Alltag unterstützen wolle – einerseits werde mehr Erwerbsarbeit von Frauen gefordert, andererseits deren unbezahlte Arbeit im Haushalt kaum anerkannt. Stockers Antwort sorgte für Empörung: „Also Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung für mich … Ich würde das nicht als Arbeit sehen. Ich sag’s ganz ehrlich.“ Er ergänzte damals: „Aus meiner Sicht ist eine Familie nicht in bezahlter Arbeit zu rechnen.“
Die Entschuldigung
Nach heftiger öffentlicher Kritik ruderte der Kanzler zurück: „Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen. Zu Recht, denn er ist falsch. Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit. Kinderbetreuung ist Arbeit. Gerade Frauen, die in den allermeisten Familien immer noch den Großteil der Kindererziehung übernehmen, leisten damit Großartiges“, so Stocker.
Nächster Termin bereits fixiert
Mit dem Abschluss der Sommertour endet die öffentliche Präsenz des Kanzlers jedoch nicht: Bereits am Freitag tritt Stocker im oe24.TV-Sommergespräch auf – ein Format, in dem er sich weiteren kritischen Nachfragen zu seiner bisherigen Regierungsarbeit stellen dürfte.
Ein Tourabschluss mit Nachwirkungen
Auch wenn die Sommertour selbst nun endet, dürfte der Kinderbetreuungs-Sager die politische Debatte noch länger begleiten – zumal Stocker in den vergangenen Wochen bereits von mehreren Seiten, darunter Vertretern der eigenen Partei sowie der Opposition, auf die Aussage angesprochen wurde.
Credits: BKA
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