Der Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), Børge Brende, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Schritt erfolgt nach einer unabhängigen Untersuchung seiner Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Brende erklärte, er wolle dem Forum ermöglichen, seine Arbeit ohne Ablenkungen fortzusetzen.
Hintergrund: Brendes Kontakte zu Epstein
Laut einer Offenlegung des US-Justizministeriums hatte Brende zwischen 2018 und 2019 drei Geschäftsessen mit Epstein und stand mit ihm per E-Mail und SMS in Kontakt. Diese Treffen fanden zu einer Zeit statt, als Epstein bereits wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt war. Brende betonte, er sei sich der kriminellen Vergangenheit Epsteins nicht bewusst gewesen und hätte die Einladungen abgelehnt, wenn er davon gewusst hätte. „Ich hätte gründlicher recherchieren müssen“, räumte er ein.
Untersuchungsergebnisse und Reaktionen
Die Untersuchung, die von externen Anwälten durchgeführt wurde, ergab keine neuen belastenden Erkenntnisse über die bereits bekannten Kontakte hinaus. Dennoch entschied sich Brende, sein Amt niederzulegen. Die Co-Vorsitzenden des WEF-Stiftungsrats, André Hoffmann und Larry Fink, dankten Brende für seine Führungsarbeit und kündigten an, die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge einzuleiten. Interimistisch übernimmt Alois Zwinggi, der derzeitige Managing Director des WEF.
Epstein und die Folgen
Jeffrey Epstein, ein US-amerikanischer Multimillionär, war weltweit in höchsten Kreisen vernetzt. Er wurde 2008 erstmals wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt und 2019 erneut wegen Menschenhandels angeklagt. Kurz darauf wurde er tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Die Enthüllungen über seine Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten haben weltweit für Rücktritte und Ermittlungen gesorgt.
Ein Rücktritt mit Signalwirkung
Brendes Rücktritt zeigt, wie sensibel der Umgang mit solchen Verbindungen ist, selbst wenn keine direkte Verwicklung in kriminelle Aktivitäten nachgewiesen wird. Das WEF betonte, dass die Entscheidung die Integrität und Transparenz der Organisation unterstreichen solle.
Quellen: oe24.at, BR24, Politico, The Hill, Al Jazeera, ORF
Credits: APA
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