105 Parlamentsabgeordnete stimmten in dieser Woche für das extrem umstrittene Gesetz zur Überwachung der Messengerdienste in Österreich. Eine Investigativ-Website will darauf – ganz ohne zu drohen – mit der Aktion „Aug um Aug, Zahn um Zahn“ kontern. Der erste Abgeordnete, der als „gläserner Mensch“ aufgeblattelt wird, ist der SPÖ-Sicherheitssprecher Maximilian Köllner.
„Maximilian Köllner ist seit 2025 Bereichssprecher für Innere Sicherheit der SPÖ im Nationalrat. Woher er seine sicherheitspolitische Expertise nimmt, bleibt sein Geheimnis – denn weder berufliche Erfahrung noch Ausbildung deuten auf tiefere Fachkenntnis hin“, schreibt Alexander Surowiec auf seiner Plattform Fass ohne Boden (FoB). Und deckt neben allen persönlichen Daten und dem beruflichen Werdegang des Sozialdemokraten auch auf, wie der Hut bei dessen Gemeindefinanzen brennt – Köllner ist nämlich auch Bürgermeister von Illmitz (Burgenland).
Etwa beim Illmitzer Gemeindekeller: Da wird eine massive Kostenexplosion für den „Partykeller“ aufgedeckt. Die Kostenentwicklung: Das Projekt „Neugestaltung Gemeindekeller“ stieg von ursprünglich 47.000 € (Nov. 2019) auf 128.828,28 € (Okt. 2021) – ein Plus von über 170 %.
Und: Die ITB wird als Inhouse-Vehikel für Projekte kritisiert, die nur am Rande „touristische Zwecke“ verfolgen. Finanzielle Lage: Jahresfehlbetrag explodiert von 96.150,84 € (2022) auf 259.645,84 € (2023). Die Geschäftsführung: Der Bürgermeister selbst? Offiziell. Die Rolle des „touristischen Geschäftsführers“ Gerhard Haider bleibt nebulös, meint FoB.
Kreditübertragungen
Außerdem gebe es in der kleinen Gemeinde interessante Kreditübertragungen. Hohe Summen von 504.200 € (2019) und 322.500 € (2020) zeigen: Liquiditätsengpässe sind offenbar Normalität.
Der Sprecher der SPÖ für die Innere Sicherheit dürfte also als Bürgermeister von Illmitz durchaus einige Probleme haben. Übrigens: Köllner war von 01/2016 – 02/2019 Referent im Büro von Ex-Landeshauptmann Hans Niessl, (Sport, Vereine, Gemeinden und Raumplanung, Pressesprecher-Stellvertreter und Betreuung der Social Media Accounts).
Pikantere Details über den SPÖ-Abgeordneten veröffentlicht die Investigativ-Website nicht – aber vielleicht kommt das ja in drei Tagen beim nächsten Parlamentarier: Da wird erneut ein Dossier über einen der 105 Nationalratsabgeordneten veröffentlicht, der für das Schnüffel-Gesetz der ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung gestimmt hat. Es bleibt spannend.
Hier der Link zur FoB-Website: www.fob.at/maximilian-koellner-dossier/

Der Nationalratsabgeordnete Maximilian Köllner (SPÖ) hier im Bild mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Credits: APA
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