Der Showdown rückt näher: Am 28. September 2025 wählt Moldawien ein neues Parlament. Doch dieser Wahlkampf wirkt eher wie ein Polit-Krimi – mit Oligarchen im Exil, geheimen Geldflüssen und Moskaus Einfluss bis in die letzte Dorfgemeinde.
Die Sandu-Partei gegen den Block der Alten
An der Spitze steht die pro-europäische Partei der Aktion und Solidarität (PAS) von Präsidentin Maia Sandu. Ihr Motto: EU, Reformen, saubere Politik. Doch Gegner formieren sich im Eiltempo. Allen voran der Patriotische Block – ein Bündnis aus alten Bekannten wie Ex-Präsident Igor Dodon, Alt-Kommunist Vladimir Voronin und Irina Vlah, der früheren Chefin von Gagausien. Offiziell: „Neutralität“. Inoffiziell: klarer Draht nach Moskau.
Die „Alternative“ und andere Außenseiter
Nicht weniger bunt ist die Alternative: Bürgermeister Ion Ceban, Ex-Premier Ion Chicu und Politstratege Mark Tkachuk wollen den Frust der Wähler bündeln. Doch intern krachen die Egos schon jetzt. Ebenfalls im Rennen: Victoria Furtună und ihre „Größeres Moldawien“-Partei. Populistisch, widersprüchlich – und immer wieder mit angeblichen Verbindungen zu Skandal-Oligarch Ilan Shor in den Schlagzeilen.
Der Oligarch im Exil
Über Ilan Shor spricht ganz Moldawien. Verurteilt wegen des „Diebstahls des Jahrhunderts“ – einer Milliardensumme, die aus den Banken verschwand –, lebt er im Ausland, wohlbehütet im Umfeld Russlands. Von dort aus finanziert er laut Behörden weiter Kampagnen und zieht die Strippen im Hintergrund. Seine Vertraute, die Gagausien-Chefin Evghenia Guțul, kassierte jüngst eine Strafe: heimliche Millionen aus Russland für Politik.
Der Paradiesvogel im Designeranzug
Und dann ist da noch die Partei NOI mit ihrem Spitzenkandidaten Dmitri Torner. Offiziell lebt Torner längst in Österreich – und zwar im Luxus: teure Autos, Designeranzüge, noble Restaurants. Während er sich dort als Selfmade-Millionär inszeniert, will er in Moldawien die Stimme „des kleinen Mannes“ sein. Kritiker sehen in ihm einen Paradiesvogel ohne Bodenhaftung, der mehr Show als Substanz bietet. Wer wirklich hinter ihm steht und wie sein Lifestyle finanziert wird, bleibt sein gut gehütetes Geheimnis.
Moskau mischt mit
Und genau da zeigt sich die große Bühne: Russlands langer Arm. Über Social Media, Kirchenkanäle, Fake News und Geldkoffer versucht der Kreml, die pro-russischen Parteien nach vorne zu schieben. Gagauzia und Transnistrien gelten als Moskaus Brückenköpfe im Land. Der Westen warnt: diese Wahl könnte über Moldawiens Zukunft entscheiden – Europa oder Moskau.
Das Finale
Die PAS hofft, die Mehrheit zu halten. Doch mit dem neuen patriotischen Block, Shors Schattenimperium, Dorner im Designeranzug und der Dauer-Propaganda aus Russland steht ihr ein erbitterter Wahlkampf bevor. Klar ist nur: In Moldawien wird im September nicht nur über Politik abgestimmt – sondern über die Richtung eines ganzen Landes.
Credits: APA
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