Trotz mehrfach vereinbarter Feuerpausen zwischen Israel und der Hisbollah reißen die gegenseitigen Angriffe im Libanon nicht ab. Eine neue Waffenruhe soll nun halten – doch das haben die letzten auch versprochen.
Eine Waffenruhe, die keine war
Seit April 2026 gilt im Libanon-Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz offiziell eine Waffenruhe. Eingehalten wurde sie nie wirklich, wie tachles.ch und der Tagesspiegel dokumentieren: Israel führte weiterhin Luftangriffe auf Hisbollah-Stellungen durch, die Miliz feuerte weiterhin Drohnen auf den Norden Israels. Beide Seiten machten die jeweils andere für die Verstöße verantwortlich. Das israelische Militär gab an, laut eigenen Angaben zwei Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon angegriffen zu haben, die eine „Bedrohung“ dargestellt hätten. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete zudem israelische Schüsse auf zivile Fahrzeuge nahe Nabatija, wie der Tagesspiegel berichtet.
Neue Waffenruhe am Freitag – bereits die dritte
Nach einer weiteren Eskalationswelle, bei der laut vorherigen Berichten mehr als 20 Menschen ums Leben kamen, einigten sich Israel und die Hisbollah am Freitag auf eine erneute Feuerpause, die laut einem US-Regierungsvertreter um 16 Uhr Ortszeit in Kraft trat, wie Handelsblatt und Tagesspiegel berichten. Vermittelt haben diesmal die USA und Katar. Zur aktuellen Feuerpause gibt es einen neuen Mechanismus, der bei Angriffen schneller deeskalieren soll. Ob er funktioniert, bleibt abzuwarten – die Vergangenheit stimmt wenig optimistisch.
Teheran verknüpft Iran-Deal mit Libanon
Der Konflikt im Libanon ist direkt mit dem US-Iran-Rahmenabkommen verknüpft. Teheran hatte von Beginn an darauf bestanden, dass ein Waffenstillstand im Iran auch einen Stopp der israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon einschließt, wie tachles.ch und der Tagesspiegel berichten. Ghalibaf, Verhandlungsführer des Iran, betonte: „Die Waffenruhe im Libanon ist für uns genauso wichtig wie die Waffenruhe im Iran.“ Israel aber lehnte es bislang ab, seine Aktionen im Libanon einzustellen – was die Schweiz-Gespräche zwischen Iran und den USA vergangene Woche zunächst zum Platzen brachte.
Diplomatische Bewegung in Washington
Parallel zu den Kämpfen laufen laut Tagesspiegel erstmals seit 1983 direkte Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern in Washington – unter US-Vermittlung. Diskutiert wird ein Plan, wonach Israel Teile der besetzten Gebiete im Südlibanon an die libanesische Armee übergeben soll. Israel besteht dabei auf einer eigenen Pufferzone entlang der Grenze. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam lehnte die weitere israelische Militärpräsenz in einem Statement ab.
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