Selenskyj sendet Friedenssignal an Putin – über den Belarus-Kanal

Selenskyj sendet Friedenssignal an Putin – über den Belarus-Kanal

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Freitagabend-Videobotschaft bekannt gegeben, Russland Friedensvorschläge übermittelt zu haben. Der Kanal läuft über Lukaschenko – ein Mann, der zugleich warnt.

„Ein Treffen und ein Ende des Kriegs sind möglich“

„Die Freunde von Putin haben von uns gehört, dass ein Treffen und ein Ende des Kriegs möglich sind“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft vom Freitag. Nähere Details zu Inhalt oder Form der Vorschläge nannte er nicht. Selenskyj lobte zudem den jüngsten Austausch von Kriegsgefangenen und erwarte weitere, wie ORF und SN.at unter Berufung auf dpa berichten.

Der Lukaschenko-Kanal

Als Übermittler der Botschaft gilt Weißrusslands Machthaber Alexander Lukaschenko, der kurz zuvor selbst über ein Treffen mit Selenskyjs Abgesandten berichtet hatte. Wie das Handelsblatt und t-online unter Berufung auf die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta berichten, sagte Lukaschenko bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Moskauer Umlands: „Lasst uns verhandeln, Leute.“ Gleichzeitig warnte er die ukrainische Delegation aber auch unmissverständlich: „Sagt eurem Präsidenten: Wenn er glaubt, dass er so mit uns reden kann – und uns obendrein in einen Krieg hineinziehen kann –, dann muss er verstehen, dass sich die Art des Krieges sofort ändern würde.“ Belarus wolle nicht gegen Ukrainer kämpfen, habe aber eine klare Grenze.

US-Vermittlung im Rückzug

Der Hintergrund der diplomatischen Bewegung ist auch ein Vakuum: Wie ORF und SN.at berichten, hat Washington seine Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg nach Beginn des Iran-Kriegs stark zurückgefahren. Zuletzt hatten Vertreter beider Seiten im Februar unter US-Vermittlung in den Vereinigten Arabischen Emiraten verhandelt – ohne bekannte Ergebnisse. Nun versucht die Ukraine offenbar, alternative Kanäle zu nutzen.

Drohnen und Diplomatie gleichzeitig

Bemerkenswert ist das Timing: Während Selenskyj in der Videobotschaft von Friedensvorschlägen spricht, hatte er die massiven Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen und Rüstungsbetriebe zuletzt als „gerechte Antwort auf den von Moskau entfachten Krieg“ bezeichnet, wie ORF berichtet. Gleichzeitig bestätigte der russische Gouverneur der Region Wolgograd in der Nacht auf Samstag einen ukrainischen Angriff auf eine Industrieanlage.

Credits: BKA Christopher Dunker

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