Am Freitagabend Ortszeit hat ein Kleinflugzeug offenbar den 528 Meter hohen Citic Tower in Peking getroffen. Videos zeigen Wrackteile am Boden – Chinas Behörden schweigen, die Zensur läuft.
Was passiert ist
In der chinesischen Hauptstadt Peking ist am Freitagabend Ortszeit offenbar ein Kleinflugzeug gegen den Citic Tower geprallt – auch bekannt als „China Zun“ und mit 528 Metern und 109 Stockwerken das höchste Gebäude der Stadt, wie Handelsblatt, CNN und L’essentiel übereinstimmend unter Berufung auf dpa und eigene Reporter vor Ort berichten. Auf Videos, die aus verschiedenen Perspektiven in sozialen Medien kursierten, sind Wrackteile zu sehen, die vom Gebäude herabfallen, sowie ein deutlich sichtbares Loch in der Fassade des Wolkenkratzers. Auf Aufnahmen am Boden ist laut CNN auch ein Heckflügel des Kleinflugzeugs sowie die Heckscheibe eines beschädigten Taxis zu erkennen.
Flugzeugtyp identifiziert – Ursache unbekannt
Auf einigen Fotos der Wrackteile war laut Handelsblatt/dpa die Registrierungsnummer B-12PP zu erkennen. Online zugängliche Flugdaten deuten demnach auf ein in China hergestelltes Leichtsportflugzeug vom Typ Sunward SA 60L Aurora hin. Unbestätigte Flugdaten von Flightradar24 sollen laut CNN auf einen stark abweichenden Flugpfad nach dem Start vom Pekinger Flughafen Shifosi hindeuten. Wie es zu dem Vorfall kam, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung völlig unklar – ebenso ob es Todesopfer oder Verletzte gab.
Evakuierung, Polizeiaufgebot, Zensur
Eine Augenzeugin sagte der Hongkonger South China Morning Post laut Handelsblatt, sie sei kurz vor 18 Uhr Ortszeit aus dem Gebäude evakuiert worden. Ein CNN-Journalist berichtete von zahlreichen Feuerwehrfahrzeugen, Polizeiautos und einem Rettungswagen vor Ort sowie einer Menschenmenge. Dutzende teils bewaffnete Polizisten sperrten die umliegenden Straßen ab. Journalisten wurden laut Handelsblatt aufgefordert, nicht zu fotografieren und das Gebiet zu verlassen.
Besonders auffällig: In Chinas Staatsmedien erschienen zunächst keinerlei Berichte zu dem Vorfall. Behörden gaben keine offizielle Stellungnahme ab. Gleichzeitig begannen chinesische Social-Media-Plattformen damit, Beiträge über den Vorfall zu sperren und zu löschen, wie Handelsblatt, L’essentiel und oe24 übereinstimmend berichten.
Neueste Kommentare