Ahmed al-Sharaa weilt in der deutschen Hauptstadt. Der Mann, auf dessen Kopf die USA einst Millionen aussetzten, logiert heute im Luxushotel und trifft die Spitzen der deutschen Politik. Als syrischer Übergangspräsident sucht er Anerkennung und Geld für den Wiederaufbau seines zerstörten Landes. Doch der Besuch des 43-Jährigen sorgt für massive Aufregung.
Jubel im Luxushotel
Noch bevor die offiziellen Termine starteten, kam es zu wilden Szenen im Berliner Ritz-Carlton. Wie das Portal Exxpress berichtet, feierten Anhänger der syrischen Gemeinde den Politiker lautstark mit „Allahu Akbar“-Rufen. Videos dieser Begrüßung verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken und lösten hitzige Diskussionen aus. Die syrische Nachrichtenagentur Sana meldet dazu, al-Sharaa sei stolz auf seine Landsleute im Ausland, da sie ihre nationale Identität bewahren. Wenig später stand bereits der große offizielle Auftritt an: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing den Gast im Schloss Bellevue. Auch ein Gespräch mit Kanzler Friedrich Merz steht auf dem Plan, wie die Nachrichtenagentur Anadolu Agency berichtet. Im Fokus stehen dabei wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Rückkehr syrischer Flüchtlinge.
Eine dunkle Vergangenheit
Wer ist der Mann im feinen schwarzen Anzug? Hinter der ruhigen Fassade steckt eine hochumstrittene Geschichte. Wie die Tagesschau berichtet, verbirgt sich hinter dem Namen Ahmed al-Sharaa der einstige Dschihadist und Terror-Anführer Abu Mohammed al-Dscholani. Er leitete die al-Nusra-Front, den syrischen Ableger der Terrorgruppe al-Kaida. Wegen seiner Taten setzten die USA ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar auf ihn aus. US-Präsident Donald Trump bezeichnete ihn einst als harten Kerl mit einer starken Vergangenheit. Auch wenn al-Sharaa heute betont, er habe niemals Zivilisten verletzt, bleiben die Zweifel an seinem plötzlichen Wandel zum moderaten Staatsmann groß.
Wut auf den Straßen Berlins
Während der Übergangspräsident drinnen mit Wirtschaftsvertretern am runden Tisch sitzt, kocht draußen die Stimmung hoch. Laut Exxpress sind in Berlin rund 5.000 Demonstranten angemeldet, um gegen den Besuch zu protestieren. Sie kaufen al-Sharaa seine neue Rolle nicht ab. Zwar verspricht er nach dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad Ende 2024 eine friedliche Zukunft für alle Syrer. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Wie die Tagesschau berichtet, leben Minderheiten wie Kurden, Christen und Drusen in ständiger Sorge vor Übergriffen. Syrien ist von einer echten Demokratie noch weit entfernt, und viele Menschen befürchten, dass der angebliche Befreier nur ein weiteres hartes Regime aufbaut.
Quellen: Exxpress, Tagesschau, Anadolu Agency, Sana
Credits: APA
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