Vogelgrippe in Österreich: „Erhöhtes Risiko“ ab Montag

Vogelgrippe in Österreich: „Erhöhtes Risiko“ ab Montag

Nach dem Auftreten erster Fälle der Vogelgrippe hat das Gesundheitsministerium in Österreich ein „erhöhtes Risiko“ ausgerufen. Die Maßnahme soll eine Übertragung des Virus H5N1 auf Hausgeflügel verhindern.

Erste Fälle bei Wildvögeln bestätigt

Seit Ende September wurden in Österreich fünf Fälle von Wildvögeln mit dem H5N1-Virus nachgewiesen. Die ersten Nachweise gab es in Kärnten, gefolgt von Niederösterreich. Zuletzt wurde das Virus bei vier verendeten Schwänen in Enns, Oberösterreich, bestätigt, wie die Landwirtschaftskammer Oberösterreich am Freitag mitteilte. Mit der Herbstmigration der Zugvögel rechnen Experten mit weiteren Ausbrüchen.

Ulrich Herzog, Sektionsleiter für Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium, erklärte gegenüber Ö1: „Wir haben bis jetzt fünf Fälle von Wildvögeln, die mit H5N1 infiziert wurden, in Österreich festgestellt. Daher werden wir auch hier entsprechend Schritt für Schritt vorgehen.“

Maßnahmen für Geflügelhalter

Obwohl keine Stallpflicht verhängt wurde, raten die Behörden zu verstärkten Hygienemaßnahmen. Geflügel sollte möglichst durch Netze vor Wildvögeln geschützt werden. Fütterung und Tränkung der Tiere dürfen nur im Stall oder unter einem Unterstand erfolgen. Zudem müssen Beförderungsmittel, Ladeplätze und Gerätschaften gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Sollten Tiere weniger fressen, weniger Eier legen oder vermehrt sterben, ist dies umgehend der zuständigen Behörde zu melden. Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) betonte in einer Aussendung: „Wichtig ist jetzt Besonnenheit statt Hysterie. Durch umsichtiges Handeln können wir das Risiko einer Einschleppung in Hausgeflügelbestände weiterhin gering halten.“

Keine Gefahr für Menschen

Laut Experten besteht für Menschen kein Risiko. Eine Übertragung des Virus vom Tier auf den Menschen ist äußerst selten, und auch eine Ansteckung durch Lebensmittel ist ausgeschlossen. Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, ist jedoch für viele Vogel- und Geflügelarten eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit.

Situation in Deutschland: Deutlich angespannter

In Deutschland ist die Lage deutlich ernster. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) meldete seit Anfang September rund 50 Ausbrüche der Vogelgrippe in kommerziellen Geflügelhaltungen. Über 500.000 Tiere mussten bereits getötet werden, um die Ausbreitung einzudämmen. Besonders betroffen sind die Bundesländer Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

FLI-Präsidentin Christa Kühn erklärte, dass eine Beruhigung der Lage nicht in Sicht sei. Auffällig sei in diesem Jahr ein Massensterben unter Kranichen, das in dieser Form erstmals beobachtet wurde. Einige Bundesländer, wie das Saarland und Hamburg, haben bereits eine landesweite Stallpflicht für Nutzgeflügel angeordnet.


Quellen: ORF.at, Ö1, Friedrich-Loeffler-Institut, Landwirtschaftskammer Oberösterreich
Credits: APA

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