Vinted und Kinderhandel-Gerüchte: Frankreichs Justiz ermittelt – Belege fehlen bisher

Vinted und Kinderhandel-Gerüchte: Frankreichs Justiz ermittelt – Belege fehlen bisher

TikTok-Videos über angeblichen Kinderhandel auf der Secondhand-Plattform Vinted haben in Frankreich eine Welle der Empörung ausgelöst – und die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Bisher gibt es aber keine Bestätigung für den Verdacht.

Wie die Gerüchte entstanden

Auslöser sind laut der Nachrichtenagentur AFP zahlreiche Beiträge in sozialen Netzwerken, vor allem auf TikTok. Nutzer hatten Vinted-Anzeigen für Spielzeug oder andere günstige Artikel entdeckt, die zu extrem hohen Preisen – teils im vierstelligen Bereich oder sogar für 30.000 Euro – angeboten wurden und dabei Alters- oder Größenangaben enthielten, die jenen kleiner Kinder entsprechen. Ein Video, das ein angeblich für 30.000 Euro angebotenes Harry-Potter-Figürchen mit einer Körpergröße von 1,58 Meter und dem Alter 13 zeigte, sammelte seit Mitte Juni mehr als 112.000 Likes. In sozialen Netzwerken wurde daraus die Theorie, es könne sich um ein „verschlüsseltes System“ für Kinderhandel handeln.

Justiz nimmt Fall an – ohne bisherige Bestätigung

Die Staatsanwaltschaft in Nanterre westlich von Paris bestätigte gegenüber AFP ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet zu haben. Zuständig ist eine auf Straftaten gegen Kinder spezialisierte Abteilung. Die Kinderbeauftragte Sarah El Haïry hatte zuvor Konten gemeldet, „die im Verdacht stehen, in Kinderhandel auf Vinted verwickelt zu sein.“ Ob sich der Verdacht in einem oder mehreren Fällen bestätigt hat, machte die Staatsanwaltschaft ausdrücklich nicht bekannt.

Vinted widerspricht – und Verkäufer erklären sich

Das Unternehmen Vinted mit Sitz in Litauen teilte laut exxpress mit, bei internen Untersuchungen „keine Hinweise“ auf Verbindungen zu Kinderhandel gefunden zu haben. Altersangaben bei Anzeigen beziehen sich dem Unternehmen zufolge auf die Zielgruppe des Spielzeugs, hohe Preise könnten „echten Sammlerwert“, aber auch „Provokation oder Verhandlungstaktik“ widerspiegeln. Vinted betonte, keine unangemessenen Inhalte zu dulden und bei verdächtigen Angeboten mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Auch Verkäufer, auf deren Anzeigen die Spekulationen beruhten, erklärten gegenüber AFP: Sie würden tatsächlich Spielzeug verkaufen.

Credits: Ki-erzeugtes Bild

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