Vier Tote bei Gerüsteinsturz in Wien-Alsergrund – Bergung aus flüssigem Beton

Vier Tote bei Gerüsteinsturz in Wien-Alsergrund – Bergung aus flüssigem Beton

Wien, 18. März 2026. Ein folgenschwerer Arbeitsunfall erschüttert Wien: Beim Einsturz eines Gerüsts und einer Bauverschalung in der Porzellangasse im 9. Bezirk kamen am Dienstagnachmittag vier Bauarbeiter ums Leben. Ein fünfter überlebte schwer verletzt.

Was passierte: Gerüst und Schalung brechen zusammen

Wie der ORF Wien auf Basis einer Aussendung der Berufsfeuerwehr Wien berichtet, ereignete sich das Unglück gegen 14.30 Uhr bei Betonierarbeiten im Zuge eines Dachgeschoßausbaus in einem Innenhof in der Porzellangasse in Höhe des Bauernfeldplatzes. Gerüstteile und die Bauverschalung brachen während laufender Betonierungsarbeiten plötzlich zusammen und stürzten in den engen Innenhof. Wie Berufsfeuerwehr-Sprecher Martin Hofbauer laut Salzburg24.at erklärte, brach dabei die gesamte Konstruktion zusammen – mitsamt den sich darauf befindlichen fünf Personen.

Die Berufsfeuerwehr löste umgehend Alarmstufe 2 aus. Rund 120 Einsatzkräfte mit 30 Fahrzeugen rückten aus.

Schwieriger Einsatz in engem Innenhof

Der schwer verletzte 45-jährige Arbeiter konnte als Erster geborgen werden, lag aber zunächst mehrere Minuten am Unfallort, ehe Hilfe zu ihm vordringen konnte. Wie die Berufsfeuerwehr Wien in ihrer Pressemitteilung festhält, mussten die Einsatzkräfte erst Zugänge schaffen, indem sie Zäune und Türen entfernten. Der enge Innenhof erschwerte die Rettungsarbeiten erheblich.

Die Berufsrettung diagnostizierte beim Verletzten laut Puls 24 schwere Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen sowie Frakturen an beiden Armen.

Für die weiteren vier Verschütteten gestaltete sich die Bergung als Wettlauf gegen die Zeit: Wie die Berufsfeuerwehr Wien mitteilt, mussten Gerüstteile und Eisenarmierungen teils händisch, teils mit Seilwinden und einem Turmdrehkran entfernt werden. Dazwischen wurde immer wieder langsam erstarrender Beton in Handarbeit beseitigt. Zusätzlich wurden der Katastrophenhilfsdienst Wien, eine Schallortungsgruppe und eine Rettungshundestaffel eingesetzt. Für alle vier geborgenen Personen kam jede Hilfe zu spät.

Erst Stunden später war das Ausmaß klar

Das volle Ausmaß der Tragödie wurde erst am Abend bekannt. Wie der ORF Wien berichtet, wurden die vier Todesopfer erst nach und nach geborgen – zuletzt gegen 18.00 Uhr. Erst nachdem die Angehörigen verständigt worden waren, bestätigte Feuerwehrsprecher Hofbauer offiziell vier Tote. Rettungshunde durchsuchten das Gelände mehrfach, um sicherzustellen, dass sich keine weiteren Personen unter den Trümmern befanden.

Wie UnserTirol24 auf Basis von Medienberichten festhält, handelt es sich bei dem Bauprojekt um den geplanten Dachgeschoßausbau auf zwei Ebenen mit sechs Luxuswohnungen – Fertigstellung war für Frühjahr 2027 geplant.

Landeskriminalamt übernimmt Ermittlungen

Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen. Wie oe24.at auf Basis von Polizeiangaben berichtet, werden nun Zeugen befragt – darunter der Kranfahrer, der bis etwa 17.30 Uhr in seinem Fahrzeug ausharren musste. Auch das Arbeitsinspektorat ist in die Ermittlungen eingebunden. Der schwer verletzte Überlebende soll befragt werden, sobald es sein Zustand erlaubt.


Quellen:

  • ORF Wien, „Vier Tote nach Einsturz von Baugerüst“, 17. März 2026: wien.orf.at
  • Berufsfeuerwehr Wien, Einsatzbericht/Pressemitteilung, 17. März 2026
  • Puls 24, „Baugerüst in der Porzellangasse eingestürzt: Vier Tote“, 17. März 2026: puls24.at
  • Salzburg24.at, „Baustellen-Tragödie in Wien: Vier Arbeiter von Gerüst erschlagen“, 17. März 2026: salzburg24.at
  • oe24.at, „Baugerüst-Einsturz mit 4 Toten – neue Details bekannt“, 17. März 2026: oe24.at
  • meinbezirk.at, „Vier tote Arbeiter bei Baustellenunfall am Alsergrund bestätigt“, 17. März 2026: meinbezirk.at

Credits: APA

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