„Viele trauen sich abends nicht mehr raus“: Anrainer alarmieren über Jugendgruppen im Sonnwendviertel

„Viele trauen sich abends nicht mehr raus“: Anrainer alarmieren über Jugendgruppen im Sonnwendviertel

Was einst als modernes Vorzeige-Stadtviertel geplant war, macht Bewohnern heute Sorgen: Im Sonnwendviertel in Wien-Favoriten klagen Anrainer seit Jahren über Drogenhandel, Schlägereien und Einbrüche durch Jugendgruppen.

Steine, Holzpfähle, Kellereinbrüche

Johann Posch lebt seit rund zehn Jahren im Sonnwendviertel. Der 72-Jährige erinnert sich noch gut an die Anfänge des Viertels: „Sie haben uns mit Versprechen von Natur und Feldhasen hergelockt. Den heutigen Zustand kann man nicht mehr mit damals vergleichen“, sagt er gegenüber der Kronen Zeitung, auf die heute.at verweist.

Posch berichtet von Jugendgruppen, die sich täglich vom Vormittag bis weit nach Mitternacht in den Innenhöfen und Freiflächen aufhalten – und von ernsthaften Vorfällen. „Vor einiger Zeit wurden Fenster mit Steinen beworfen. Von einer Caritas-Einrichtung wurden die Holzzäune zerstört, die Holzpfähle als Waffen benutzt“, schildert er laut heute.at. Auch Einbrüche in Kellerabteile und Stiegenhäuser sowie Drogenhandel gehörten demnach zum Alltag. Bei einem Polizeieinsatz habe er eigenen Angaben nach 70 Minuten auf Hilfe gewartet.

13.000 Mieter, externe Gruppen

Im Sonnwendviertel leben rund 13.000 Mieter – doch die Probleme würden laut Posch nicht von Bewohnern des Viertels verursacht, sondern von Jugendlichen, die von außen kämen, wie heute.at berichtet. „Viele trauen sich abends nicht mehr raus“, so Posch. Er fordert eine bessere Absicherung der Wohnhäuser und Innenhöfe durch Zäune.

Rückendeckung bekommt er von FPÖ-Bezirksparteiobmann Stefan Berger und Wohnombudsmann Michael Niegl. „Die Wohnbauträger und Stadt sind aufgefordert, die Anlagen zu verschließen, um den Bewohnern wieder Lebensqualität und Sicherheit zurückzugeben“, zitiert heute.at die beiden.

Bezirk: Maßnahmen bereits gesetzt

Aus dem Büro von Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) heißt es laut heute.at, dass bereits reagiert wurde: Das Fair Play Team sei aufgestockt, ein zusätzlicher Sicherheitsdienst eingerichtet worden. Beide Maßnahmen würden aus dem Bezirksbudget finanziert und hätten Verbesserungen gebracht. Der Jugendtreff Sonnwendviertel stehe zudem in regelmäßigem Kontakt mit den betreffenden Jugendlichen. Gleichzeitig betonte Franz, dass mehr Polizeipräsenz notwendig sei – und verwies auf die im März 2024 gegründete Einsatzeinheit für Jugendkriminalität als mögliches Instrument.

Polizei sieht keine auffällige Entwicklung

Die Wiener Polizei widerspricht dem Bild eines Kriminalitäts-Hotspots: In Zusammenhang mit Jugendkriminalität habe es in den vergangenen Monaten im Sonnwendviertel kein erhöhtes Einsatzaufkommen gegeben, teilt sie laut heute.at mit. Jede bekannt gewordene Straftat werde konsequent verfolgt – gerade bei jugendlichen Tatverdächtigen sei die Aufklärungsquote hoch.

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