„Verschwindet in euren Löchern!“ – Grönemeyer teilt in Wien gegen Rechts aus

„Verschwindet in euren Löchern!“ – Grönemeyer teilt in Wien gegen Rechts aus

Eigentlich wollten die Fans in der Wiener Stadthalle nur zu Hits wie „Männer“ oder „Bochum“ feiern. Doch was sie bekamen, war nicht nur eine musikalische Zeitreise, sondern eine handfeste politische Abrechnung. Herbert Grönemeyer, einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands, nutzte die große Bühne für eine emotionale Brandrede, die das Publikum spaltete und für hitzige Diskussionen sorgte.

„Rechtes Geschwafel“

Mitten im Konzert wurde der Ton plötzlich ernst. Der bald 70-jährige Sänger unterbrach das musikalische Programm für ein klares politisches Statement. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben noch einmal für die Demokratie eintreten muss“, rief Grönemeyer in die Menge. Wie exxpress.at berichtet, steigerte sich der Musiker in eine wütende Ansprache hinein. Er wolle so lange durchhalten, „bis diese ganze Hetze und die Menschen mit ihrem furchtbaren rechten Geschwafel wieder in ihren Löchern verschwinden und uns endlich in Ruhe lassen“.

Die pauschale Verurteilung sorgte nicht nur für Jubel, sondern auch für betretenes Schweigen und offene Empörung in den Rängen. Kritiker werfen dem Sänger vor, undifferenziert alle Menschen rechts der Mitte in einen Topf geworfen zu haben.

Petzner platzt der Kragen: „Nicht mit mir“

Unter den Besuchern befand sich auch der ehemalige Politikberater Stefan Petzner, dem der Kragen platzte. Gegenüber der Kronen Zeitung machte er seinem Ärger Luft. Besonders der Moment, als Grönemeyer das deutsch-türkische Lied „Doppelherz“ allen Migranten widmete und es als „widerlich“ bezeichnete, Flüchtlingen das Leben hier zu verbieten, stieß ihm sauer auf.

„Für das Zahlen der teuren Tickets sind wir gut genug, aber gesungen wird für Migranten und Flüchtlinge – nicht mit mir“, zitiert krone.at den entsetzten Konzertbesucher. Petzner fühlte sich durch die Wortwahl des Sängers persönlich angegriffen und ausgegrenzt. „Jeder Bürger dieses Landes, der sich politisch rechts der Mitte einstuft, soll also laut Grönemeyer ‚verschwinden‘“, so Petzner weiter. Er frage sich, welche Art von Löchern der Sänger genau meine.

Fans fühlen sich belehrt

Auch in den sozialen Netzwerken kochten die Emotionen hoch. Viele Besucher fühlten sich von der moralischen Lektion des Musikers vor den Kopf gestoßen.

Für Stefan Petzner ist die Grenze zwischen Kunst und Agitation hier klar überschritten. Wenn Grönemeyer Politik machen wolle, solle er die Konzertbühne in eine Wahlkampfbühne umtaufen und Reden auf Dorfplätzen halten, polterte er im Gespräch mit den Medien.

Während ein Teil des Publikums Grönemeyers Haltung für seinen Mut und seine klaren Worte feierte, verließen andere die Halle mit dem Gefühl, für viel Geld nicht nur unterhalten, sondern auch politisch erzogen worden zu sein.

Quellen: exxpress.at, krone.at
Credits: Siebbi – Herbert Grönemeyer / Wikipedia

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x