Vermummte auf der A2: Was wirklich hinter dem Vorfall steckt

Vermummte auf der A2: Was wirklich hinter dem Vorfall steckt

Rund 40 vermummte Personen sorgten am Freitagabend für einen Polizei-Großeinsatz auf der Südautobahn bei Traiskirchen. Autofahrer alarmierten die Behörden mit dramatischen Schilderungen. Doch die Polizei gibt Entwarnung: Keine Verletzten, keine Sachschäden – und eine überraschende Erklärung.

Kurz nach 21 Uhr brach auf der A2 bei Traiskirchen Chaos aus. Rund 20 besorgte Autofahrer riefen die Polizei und berichteten von „brennenden Fahrzeugen und Massenkarambolagen“, wie ORF.at unter Berufung auf Polizeiangaben berichtet. Was folgte: ein Großeinsatz der Polizei aus Niederösterreich und Wien inklusive Hubschrauber.

Dramatische Szenen auf der Autobahn

Zeugen schilderten bedrohliche Situationen. Laut OE24 seien rund 40 vermummte Personen plötzlich auf die Autobahn gestürmt – einige von ihnen mit Stangen bewaffnet. Besonders erschreckend: Die Gruppe soll gezielt auf Fahrzeuge eingeschlagen haben, die im Bereich Traiskirchen im Stau standen.

Die Lage war derart ernst, dass der Radiosender Ö3 sein laufendes Programm kurzzeitig unterbrach, um eine dringende Warnmeldung auszugeben. „Bitte Vorsicht jetzt in Niederösterreich“, hieß es im Verkehrsservice, wie Heute.at berichtet. Auch der ÖAMTC warnte Verkehrsteilnehmer eindringlich vor der Gefahr auf dem Abschnitt zwischen Baden und dem Knoten Guntramsdorf.

Basketball-Fans auf Abwegen

Doch was steckte wirklich dahinter? Die Polizei gibt eine deutlich andere Version der Ereignisse wieder. Laut ORF.at dürfte ein Konvoi von Autos mit ausländischen Kennzeichen kurz vor 21 Uhr in der Nähe der Autobahnausfahrt Traiskirchen geparkt haben. 30 bis 40 vermummte Personen seien dann zurück zur Autobahn gegangen und hätten versucht, über die Leitplanke auf die Fahrbahn zu gelangen.

Eine Polizeistreife habe die Menschen zurückgedrängt, woraufhin diese die Flucht ergriffen hätten. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei den vermummten Personen um Basketballfans aus dem Ausland handelt, die am Freitagabend zu einem Match in Wien unterwegs waren.

Polizei dementiert Gewalt

Besonders wichtig: Die Polizei dementiert die dramatischsten Schilderungen klar. Medienberichte, wonach Personen mit Eisenstangen bewaffnet auf Autos eingeschlagen hätten, bestätigte die Exekutive gegenüber ORF.at nicht. Es seien weder Sachschäden noch verletzte Personen gemeldet worden.

Die von Anrufern gemeldeten „brennenden Fahrzeuge“ dürften auf gezündete Feuerwerkskörper hinter der Leitplanke der Autobahn zurückzuführen sein. Zudem war viel Blaulicht im Einsatz, was den Eindruck einer Katastrophe wohl verstärkt haben dürfte.

Massive Verkehrsbehinderungen

Auf der A2 kam es aufgrund des Einsatzes zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in Fahrtrichtung Wien. Autofahrer wurden gebeten, in diesem Bereich massiv vom Gas zu gehen und besonders vorsichtig an der Einsatzstelle vorbeizufahren, da sich zeitweise noch Personen im unmittelbaren Nahbereich der Autobahn aufhielten.

Keine Festnahmen bekannt

Details zu möglichen Festnahmen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und die Sicherheit auf der wichtigen Transitroute wiederherzustellen.

Credits: APA

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