Alexander Van der Bellen packt die Koffer für eine wichtige Reise. Von Dienstag bis Donnerstag absolviert der Bundespräsident seinen ersten offiziellen Besuch in Bosnien-Herzegowina. Er wird in der Hauptstadt Sarajevo von Denis Bećirović, dem amtierenden Vorsitzenden des Staatspräsidiums, mit militärischen Ehren empfangen. Im Zentrum der Reise steht ein gewaltiges Thema: die Zukunft des Landes in der Europäischen Union.
Europa als großer Sehnsuchtsort
Für viele Menschen in Bosnien-Herzegowina ist die EU ein echter Sehnsuchtsort. Van der Bellen sieht darin einen klaren Auftrag an die lokalen Politiker, ihr Land endlich vorwärtszubringen. Österreich unterstützt diesen Weg vehement. Doch die Realität vor Ort ist oft holprig. Bosnien-Herzegowina ist zwar seit 2022 offizieller EU-Beitrittskandidat, aber wichtige Reformen stocken. Wie der Europäische Auswärtige Dienst (EEAS) berichtet, droht dem Balkanstaat sogar der Verlust von fast einer Milliarde Euro an EU-Fördermitteln, wenn die politischen Blockaden nicht rasch gelöst werden.
Brisante Treffen in Sarajevo
Der Terminplan des Bundespräsidenten ist dicht gedrängt. Nach dem Treffen mit Bećirović stehen Arbeitsgespräche mit den weiteren Mitgliedern des Staatspräsidiums, Željka Cvijanović und Željko Komšić, auf dem Programm. Auch ein Austausch mit Christian Schmidt, dem Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft, ist fixiert. Schmidt wacht über die Einhaltung des Friedensabkommens von Dayton in einem Staat, der noch immer stark von ethnischen Spannungen geprägt ist.
Parallel dazu rückt die heimische Wirtschaft in den Fokus. Wie die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) berichtet, findet im Rahmen des Besuchs am 14. April ein großes Wirtschaftsforum statt. Begleitet wird Van der Bellen dabei von WKO-Vizepräsidentin Sery-Froschauer, um die ohnehin starken Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern weiter auszubauen und neue Chancen für österreichische Unternehmen auszuloten.
Zeichen der Versöhnung in Mostar
Am Mittwoch reist Van der Bellen in den Süden weiter. In Mostar trifft er laut der bosnischen Nachrichtenagentur FENA den Bürgermeister Mario Kordić. Gemeinsam werden sie die berühmte Brücke Stari Most besichtigen. Dieses UNESCO-Weltkulturerbe wurde 1993 im Bosnien-Krieg von Truppen zerstört und später mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut. Heute gilt das eindrucksvolle Bauwerk als wichtiges Symbol der Versöhnung.
Besuch bei den österreichischen Soldaten
Zum Abschluss der Reise zeigt Van der Bellen am Donnerstag Präsenz beim Bundesheer. In seiner Rolle als Oberbefehlshaber besucht er das Hauptquartier der EUFOR-Althea-Mission im Camp Butmir. Das österreichische Bundesheer ist dort derzeit mit 98 Soldaten im Einsatz. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag, um die Sicherheit und Stabilität in der oft unruhigen Region zu garantieren.
Quelle: oe24.at, EEAS, WKO, FENA
Credits: APA
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