Der österreichische Staatsschutz hat einen mutmaßlichen Terroranschlag vereitelt – der Verdächtige ist erst 14 Jahre alt. Der Schüler aus Tirol soll weit fortgeschrittene Anschlagspläne verfolgt und die Tat live im Internet übertragen haben wollen.
Hinweis von einem ausländischen Partnerdienst
Den entscheidenden Ermittlungsansatz lieferte laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“, aus dem Heute.at zitiert, ein ausländischer Partnerdienst. In Zusammenarbeit mit der heimischen Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) gelang es den Ermittlern in weiterer Folge, den Verdächtigen zu identifizieren.
Chats über den Messenger Telegram
Die Spur führte die Behörden über den Nachrichtendienst Telegram zu dem Jugendlichen. Dort soll er sich mit einem ebenfalls terrorverdächtigen Gleichgesinnten aus Schweden über Anschlagspläne ausgetauscht haben. Als mögliche Ziele sollen laut den Ermittlungen jüdische und muslimische Einrichtungen im Fokus gestanden haben, berichtet Heute.at. Da die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten gewesen sein sollen, ordnete die Staatsanwaltschaft Innsbruck die Festnahme an – der Zugriff erfolgte laut „Krone“ vier Tage vor dem tödlichen Terroranschlag auf Besucher des Christopher Street Day in Berlin.
Waffen und Ausrüstung bei Hausdurchsuchung sichergestellt
Beamte der Einsatzeinheit Cobra nahmen den 14-Jährigen an seiner Wohnadresse fest. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung stellten Ermittler des Landesamtes Staatsschutz und Terrorismusbekämpfung mehrere Gegenstände sicher, die auf konkrete Anschlagsvorbereitungen hindeuten – darunter eine Schutzweste, ein mit rechtsextremen Parolen versehenes Kampfmesser sowie eine mit entsprechenden Symbolen bedruckte Maske. Zudem fanden die Ermittler zwei taktische Helme, von denen einer mit einer Actionkamera ausgestattet war und laut den Ermittlungen zum Live-Streamen eines möglichen Anschlags dienen sollte.
Bezug zum Christchurch-Attentäter
Nach Angaben der Ermittler orientierte sich der Jugendliche an Brenton Tarrant, der 2019 bei einem rechtsextremistischen Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch, Neuseeland, 51 Menschen ermordete und die Tat live im Internet übertrug. Dieser Anschlag gilt seither in einschlägigen rechtsextremen Online-Milieus als vielzitiertes Vorbild für ähnliche Taten.
Untersuchungshaft, Ermittlungen dauern an
Der 14-Jährige verweigerte bislang die Aussage und befindet sich derzeit in Innsbruck in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen des Staatsschutzes zu den mutmaßlichen Anschlagsplänen dauern nach Angaben von Heute.at weiter an. Der Fall reiht sich in eine Serie aktueller Vorfälle ein, die die Sicherheitsbehörden zuletzt verstärkt mit dem Thema Radikalisierung Minderjähriger sowie mit der Präventions- und Überwachungsdebatte rund um islamistischen wie rechtsextremen Terror in Österreich beschäftigen.
Hinweis: Aus Gründen des Jugendschutzes werden im Zusammenhang mit diesem Fall keine Angaben gemacht, die eine Identifizierung des minderjährigen Beschuldigten ermöglichen.
Credits: BMI/BBL
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