Dicke Luft zwischen Washington und Brüssel! Die USA starten einen Großangriff auf die neuen Klima- und Lieferketten-Auflagen der EU. Der Vorwurf: Die Gesetze könnten amerikanische Firmen bis zu einer Billion Dollar kosten und sogar die Energiesicherheit des Landes gefährden. Während die EU ihren Kurs eisern durchzieht, formiert sich in Amerika massiver Widerstand.
„Die EU zwingt uns ihr Modell auf“ – Washington schlägt zurück
Während die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen ihre neue Klima- und Lieferkettenrichtlinie (kurz: CSDDD) vorantreibt, schrillen in Washington die Alarmglocken. Die Richtlinie zwingt Unternehmen, ihre gesamte Wertschöpfungskette auf Umwelt-, Menschenrechts- und Klimarisiken zu überprüfen und dies lückenlos nach Brüssel zu melden. Kritiker nennen es ein Bürokratiemonster.
In den USA löst das eine Welle der Empörung aus. Senator Tom Cotton warnt im Washington Reporter unmissverständlich: „Die EU exportiert ihr katastrophales Wirtschaftsmodell nach Arkansas.“ Für ihn ist klar: Brüssel greift direkt in die Souveränität der USA ein und erlegt Amerikanern Regeln auf, die sie nie gewählt haben. Viele Republikaner im Kongress sehen darin einen gezielten Angriff, um die Kosten für US-Unternehmen künstlich in die Höhe zu treiben und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen.

Industrieverband warnt: „Am Ende zahlen die Amerikaner“
Auch die mächtige US-Industrie läuft Sturm. Die National Association of Manufacturers (NAM), der größte Industrieverband der USA, spricht von einem Bürokratiemonster, das amerikanische Unternehmen mit neuen Dokumentationspflichten zu EU-Standards überrollt. Es drohen massive Belastungen für kleine Zulieferer und höhere Preise für Energie und Produkte des täglichen Bedarfs.
Charles Crain, Vizepräsident von NAM, bringt es auf den Punkt: „Am Ende zahlen die Amerikaner – beim Tanken, beim Heizen, beim Einkaufen.“ Sogar das American Petroleum Institute schaltet sich ein und warnt, Brüssels Regulierungswut gefährde den Zugang zu „verlässlicher, leistbarer Energie“.
Europa tief gespalten
Doch der Widerstand kommt nicht nur aus Übersee. Auch innerhalb der EU ist das Gesetzespaket hochumstritten und sorgt für ein tiefes Zerwürfnis. Während Länder wie Dänemark die Richtlinie aggressiv vorantreiben, versucht Polen, sie deutlich abzuschwächen. In Deutschland ist die Regierungskoalition gespalten: Während Kanzler Friedrich Merz sich querstellt, wollen die Sozialdemokraten die Regelung unbedingt durchsetzen.
Die US-Regierung unter Donald Trump konnte zwar bereits erreichen, dass weniger Unternehmen betroffen sind, doch Washington hält diesen Erfolg für unzureichend. Hinter den Kulissen arbeiten US-Diplomaten und Industrieverbände fieberhaft an einer Gegenoffensive. Ihr Ziel: Ausnahmen für US-Firmen durchsetzen – oder das Gesetz komplett zu Fall bringen. NAM betont, man habe Brüssel bereits 2023 vor den Schäden gewarnt, sei aber komplett ignoriert worden.
Die EU will das Gesetz bis 2026 fertigstellen und ab 2029 vollständig umsetzen. Doch die USA machen klar: Brüssel hat eine rote Linie überschritten. Der transatlantische Streit spitzt sich weiter zu.
Quelle: exxpress.at
Credits: APA
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