USA: Touristen sollen Social-Media-Profile offenlegen

USA: Touristen sollen Social-Media-Profile offenlegen

Washington – Wer in die Vereinigten Staaten reisen möchte, sollte sich künftig gut überlegen, was er auf Social Media postet. Die Regierung von Präsident Donald Trump plant, die Einreisebestimmungen drastisch zu verschärfen. Laut einem Vorschlag des US-Heimatschutzministeriums sollen Touristen aus 42 Ländern, darunter Österreich, Deutschland, Großbritannien und Australien, ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenlegen.

ESTA-Bewerber im Fokus

Betroffen sind Reisende, die über das sogenannte Visa Waiver Program (VWP) visumfrei in die USA einreisen dürfen. Diese müssen sich vorab über das „Electronic System for Travel Authorization“ (ESTA) registrieren. Künftig soll die Angabe von Social-Media-Daten ein verpflichtender Bestandteil dieses Verfahrens werden, wie die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) in einer Mitteilung erklärte. Neben Social-Media-Informationen sollen auch Telefonnummern, E-Mail-Adressen und biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Iris-Scans abgefragt werden.

Schutz vor „Bedrohungen“

Die US-Regierung begründet die geplanten Maßnahmen mit dem Schutz vor „ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen für die nationale Sicherheit“. Kritiker wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) warnen jedoch vor massiven Eingriffen in die Privatsphäre. „Diese Maßnahmen könnten Reisende dazu zwingen, sich selbst zu zensieren“, erklärte EFF-Anwältin Sophia Cope gegenüber Axios.

Auswirkungen auf den Tourismus

Die Pläne kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die USA bereiten sich auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 vor, die Millionen von Touristen anziehen soll. Laut einer Analyse von Bloomberg könnte die verschärfte Überprüfung jedoch viele Reisende abschrecken und den ohnehin rückläufigen Tourismussektor weiter belasten.

Öffentliche Diskussion

Der Vorschlag wurde im „Federal Register“ veröffentlicht und steht nun für 60 Tage zur öffentlichen Diskussion. Ob und wann die neuen Regeln in Kraft treten, bleibt abzuwarten.

Quellen: Bild, Axios, NBC News, CBS News, Al Jazeera
Credits: APA

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