Die US-Regierung hat einen bedeutenden Schritt unternommen, indem sie mehrere Ableger der Muslimbruderschaft offiziell als Terrororganisationen eingestuft. Betroffen sind die Regionalgruppen in Ägypten, Jordanien und dem Libanon. Diese Entscheidung, die von Präsident Donald Trump initiiert wurde, markiert eine neue Phase im Umgang mit islamistischen Netzwerken. Wie die Zeit berichtet, sollen die Maßnahmen die Organisationen finanziell und operativ schwächen, indem Vermögenswerte eingefroren und Geschäftsbeziehungen untersagt werden.
Hintergrund: Wer ist die Muslimbruderschaft?
Die Muslimbruderschaft wurde 1928 in Ägypten gegründet und verfolgt das Ziel, Gesellschaften nach islamistischen Prinzipien zu gestalten. Während sie sich öffentlich als friedliche Bewegung darstellt, werfen Kritiker ihr vor, verdeckt terroristische Aktivitäten zu unterstützen. Besonders brisant: Die palästinensische Hamas, die in den USA und der EU als Terrororganisation gilt, hat ihre Wurzeln in der Muslimbruderschaft. Laut dem US-Außenministerium fungieren die Ableger der Bruderschaft als logistische und finanzielle Unterstützer der Hamas, wie der Spiegel berichtet.
Die Maßnahmen der USA
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass die Einstufung der Muslimbruderschaft als Terrororganisation darauf abzielt, ihre finanziellen und operativen Netzwerke zu zerschlagen. „Die Vereinigten Staaten werden alle verfügbaren Mittel einsetzen, um diese Zweigstellen ihrer Ressourcen zu berauben“, schrieb Rubio auf der Plattform X (ehemals Twitter), wie die Zeit berichtet. Vermögenswerte der betroffenen Gruppen in den USA werden eingefroren, und US-Bürger dürfen keine Geschäfte mit ihnen tätigen. Zudem könnten Mitglieder der Organisation mit Einreiseverboten und weiteren Sanktionen belegt werden.
Die Entscheidung wurde monatelang vorbereitet und umfasst enge Abstimmungen zwischen dem Außen- und dem Finanzministerium. Laut Finanzminister Scott Bessent sei dies ein notwendiger Schritt, um die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten zu gewährleisten, wie der Exxpress hervorhebt.
Internationale Reaktionen
Die ägyptische Regierung begrüßte die US-Maßnahmen ausdrücklich. Ägypten selbst hat die Muslimbruderschaft bereits 2013 als Terrororganisation eingestuft. Auch Jordanien, wo die Bruderschaft einst die größte Oppositionspartei war, hat sie 2025 verboten, wie der Spiegel berichtet. In einer Mitteilung erklärte die ägyptische Regierung, dass die Ideologie der Muslimbruderschaft eine Gefahr für die regionale und internationale Stabilität darstelle.
Kritik und Ausblick
Während die Entscheidung in den USA und einigen arabischen Ländern auf Zustimmung stößt, gibt es auch kritische Stimmen. Menschenrechtsorganisationen warnen davor, dass die Einstufung als Terrororganisation die politische Opposition in betroffenen Ländern weiter schwächen könnte. Zudem bleibt abzuwarten, ob andere westliche Staaten, insbesondere in Europa, ähnliche Schritte unternehmen werden. Experten halten dies für möglich, jedoch nicht kurzfristig, wie der Exxpress analysiert.
Credits: APA
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