US-Senator Rubio wirft Merz „Weltuntergangs-Vision“ vor

US-Senator Rubio wirft Merz „Weltuntergangs-Vision“ vor

Der designierte US-Außenminister Marco Rubio hat den deutschen Kanzlerkandidaten Friedrich Merz in einem X-Beitrag scharf kritisiert. Merz hatte zuvor vor einem möglichen Ende der transatlantischen Partnerschaft gewarnt, sollte Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt werden.

Deutliche Worte aus Washington

„Ihre Vision für Europa ist der Weltuntergang“, schrieb Rubio auf der Plattform X und richtete sich damit direkt an Merz. Der republikanische Senator aus Florida, den Trump für das Amt des Außenministers nominiert hat, warf dem CDU-Politiker vor, keine positive Perspektive für die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu entwickeln.

Merz hatte in einem Interview erklärt, eine zweite Amtszeit Trumps könnte das Ende der transatlantischen Beziehungen bedeuten. Diese Aussage stieß in Washington auf Kritik.

Transatlantische Spannungen nehmen zu

Die Auseinandersetzung zwischen Rubio und Merz verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen europäischen Konservativen und der republikanischen Partei in den USA. Während Merz auf eine Fortsetzung der traditionellen NATO-Partnerschaft setzt, vertritt Trump eine „America First“-Politik, die europäische Bündnispartner zu höheren Verteidigungsausgaben drängt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Trump wiederholt gefordert, dass NATO-Mitglieder mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben sollen. Deutschland erreichte dieses Ziel erst 2024 nach jahrelangen Versäumnissen.

Unterschiedliche außenpolitische Ansätze

Rubio gilt als außenpolitischer Hardliner, der insbesondere gegenüber China und Iran eine konfrontative Haltung vertritt. Im Gegensatz zu Merz‘ Betonung multilateraler Strukturen setzt der US-Senator auf bilaterale Abkommen und amerikanische Interessenpolitik.

Die Kritik an Merz fügt sich in ein Muster ein: Mehrere republikanische Politiker haben europäische Konservative aufgefordert, sich von „Untergangsszenarien“ zu lösen und konstruktive Vorschläge für die Zusammenarbeit zu entwickeln.

Reaktionen in Deutschland

Aus der CDU gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme zu Rubios Kritik. Merz hatte seine Position zur transatlantischen Partnerschaft in den vergangenen Wochen mehrfach bekräftigt und betont, Deutschland müsse auf alle Szenarien vorbereitet sein.

Die Auseinandersetzung zeigt, wie unterschiedlich die Erwartungen an die künftige transatlantische Zusammenarbeit sind – und wie schwierig die Beziehungen werden könnten, sollte Trump tatsächlich ins Weiße Haus zurückkehren.

Credits: APA

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