US-Kongress-Bericht belastet Georgetown-Projekt – Österreicher Hafez im Fokus

US-Kongress-Bericht belastet Georgetown-Projekt – Österreicher Hafez im Fokus

Ein vom US-Repräsentantenhaus veröffentlichter Bericht zu Antisemitismus an amerikanischen Hochschulen bringt auch einen österreichischen Politologen in die Schlagzeilen.

Was der Bericht sagt – und wer dahintersteckt

Am 17. März 2026 veröffentlichte das von Republikanern geführte House Committee on Education and the Workforce einen umfassenden Bericht zu Antisemitismus an US-Universitäten. Wie The Daily Signal berichtet, nahm der Ausschuss unter Vorsitz von Chairman Tim Walberg (Republikaner, Michigan) dabei neben Columbia, Harvard und weiteren Hochschulen auch die Georgetown University unter die Lupe. Anlass war die Welle antisemitischer Vorfälle, Protestcamps und Ausschreitungen nach dem 7. Oktober 2023.

Georgetown und die betroffenen Einrichtungen wiesen die Vorwürfe zurück. Wie The Hoya, die Universitätszeitung Georgetowns, berichtet, erklärte ein Universitätssprecher: „We disagree with the characterization of Georgetown in this report.“ Man werde jedoch weiter in gutem Glauben mit dem Ausschuss kooperieren.

Bridge Initiative im Visier

Besonders ins Visier gerät dabei die Bridge Initiative – ein an der Georgetown University angesiedeltes Forschungsprojekt zu Islamophobie, mit dem der österreichische Politologe Farid Hafez eng verbunden ist. Laut seinem offiziellen Georgetown-Profil ist er seit 2017 „non-resident Senior Researcher“ der Initiative; auf der Projektseite selbst wird er als „Senior Research Fellow“ geführt.

Wie exxpress.at berichtet, wirft der Ausschuss der Bridge Initiative vor, sich zwar als Forschungsinitiative zu präsentieren, in der Praxis aber Kritiker des politischen Islam zu verunglimpfen. Noch schwerer wiegt ein weiterer Vorwurf: Die Initiative habe „Gruppen verteidigt, die eine zentrale Rolle für antisemitischen Terrorismus gespielt haben“ – namentlich die Hamas und die Holy Land Foundation. Letztere wurde 2008 in Texas wegen materieller Unterstützung für die Hamas verurteilt; das US-Finanzministerium hatte ihre Vermögenswerte bereits 2001 eingefroren.

Laut exxpress.at existierte auf der Website der Bridge Initiative ein mittlerweile gelöschtes Factsheet, in dem die Holy Land Foundation als verfolgte muslimische Hilfsorganisation dargestellt und die gegen sie geführten Verfahren als „verfassungsrechtlich fragwürdig“ bezeichnet wurden. Hamas wurde darin nicht primär als Terrororganisation, sondern als „politische und soziale Organisation mit einem bewaffneten Flügel“ beschrieben.

Katarische Millionen und politische Brisanz

Zusätzliche Brisanz verleiht dem Fall die Finanzierung. Wie exxpress.at unter Berufung auf den Bericht festhält, sagte Katar der Bridge Initiative im März 2024 insgesamt 630.000 Dollar zu; eine frühere Spende aus Kuwait im Jahr 2013 soll sich auf knapp eine Million Dollar belaufen haben. Dem Golfstaat Katar werden seit Jahren Verbindungen zur Finanzierung islamistischer Gruppen vorgeworfen – auch im Hochschulbereich.

Georgetown weist Vorwürfe zurück – Hafez schweigt

Die Georgetown University und die betroffenen Zentren distanzieren sich klar vom Bericht. CCAS-Direktorin Fida Adely betonte laut The Hoya das Bekenntnis ihres Zentrums zu akademischer Freiheit und den Jesuiten-Werten der Universität. ACMCU-Direktor Nader Hashemi warnte, der Bericht instrumentalisiere den Begriff Antisemitismus, um akademische Freiheit zu unterdrücken.

Farid Hafez selbst ließ laut exxpress.at trotz mehrfacher Anfragen eine Stellungnahme aus. In Österreich war er vor allem durch die „Operation Luxor“ bekannt geworden, eine Großrazzia im November 2020 gegen mutmaßliche Netzwerke von Muslimbruderschaft und Hamas. Das Oberlandesgericht Graz stellte die Ermittlungen gegen ihn Anfang 2023 ein – das Gericht fand nach eigenen Angaben kein hinreichendes Substrat für den Verdacht einer Unterstützung terroristischer Strukturen.


Quellen:

  • exxpress.at: Antisemitismus-Bericht belastet Islamophobie-Projekt schwer – Farid Hafez schweigt (29.3.2026)
  • The Hoya (Georgetown University): GU Leaders Condemn House Report on Campus Antisemitism (27.3.2026)
  • The Daily Signal: Congress Unleashes Report on How Colleges Have Become Antisemitic ‚Hotbeds‘ (17.3.2026)
  • House Committee on Education and the Workforce: Bericht zu Antisemitismus in der Hochschulbildung (März 2026)
  • Anti-Defamation League (ADL): Georgetown University Campus Antisemitism Report Card

Credits: Von Trollma – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10629244

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