US-Drohnenkonzern will Steyr Motors kaufen: 39 Euro je Aktie

US-Drohnenkonzern will Steyr Motors kaufen: 39 Euro je Aktie

Ein Motorenbauer aus Oberösterreich soll Teil eines amerikanischen Rüstungstechnik-Konzerns werden. Red Cat Holdings, Spezialist für Drohnen und unbemannte Boote, hat am Montag ein Übernahmeangebot für Steyr Motors angekündigt. Der Standort Steyr soll bleiben und sogar wachsen. Bis es so weit ist, braucht es aber noch einiges – unter anderem den Segen der Republik.

Fast 29 Prozent Aufschlag

Red Cat bietet über die Tochtergesellschaft SMOT Acquisition GmbH 39 Euro in bar je Aktie, wie aus der Aussendung von Steyr Motors hervorgeht. Das sind 28,9 Prozent mehr als der Schlusskurs vom vergangenen Freitag und 55,8 Prozent mehr als das Jahrestief der Aktie. Für das gesamte Unternehmen ergibt sich laut dem Portal Trending Topics ein Wert von rund 205 Millionen Euro. An der Börse wurde das Angebot sofort eingepreist: Die Aktie sprang am Montagmorgen um rund ein Viertel auf etwa 37,50 Euro.

Wer kauft da?

Red Cat Holdings hat seinen Sitz in Salt Lake City und ist an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Das Unternehmen entwickelt Drohnen und unbemannte Systeme für Verteidigung und nationale Sicherheit, darunter autonome Wasserfahrzeuge. Genau dafür interessiert es sich für Steyr: Die Übernahme soll laut Red Cat die eigene Sparte für unbemannte Überwasserfahrzeuge stärken. Steyr Motors baut Spezialmotoren, die unter anderem in Militärfahrzeugen und Booten sowie als Hilfsaggregate in Kampfpanzern eingesetzt werden.

Standortgarantie für Steyr

Für die Region ist vor allem eine Zusage wichtig. Red Cat bekennt sich laut ORF Oberösterreich ausdrücklich zum Standort: Produktion, Forschung und Entwicklung sollen in Steyr bleiben, die Belegschaft ebenfalls. Die Fertigung soll sogar ausgebaut werden, Steyr könnte zur Drehscheibe für eine weitere Expansion des Konzerns in Europa werden. Steyr-Motors-Chef Julian Cassutti unterstützt die Übernahme und sieht darin die Chance, neue Märkte zu erschließen. Auch der Aufsichtsrat bewertet das Vorhaben laut Trending Topics positiv, vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage.

Ein Großaktionär sagt schon Ja

Einen wichtigen Schritt hat Red Cat bereits geschafft. Die österreichische B&C Holding, die rund 15 Prozent an Steyr Motors hält, hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre Anteile anzudienen. Damit das Angebot zustande kommt, muss Red Cat am Ende mindestens 50 Prozent plus eine Aktie halten. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember um 17 Uhr enden.

Die Republik muss zustimmen

Die entscheidende Hürde liegt aber woanders. Weil Steyr Motors für die Rüstungsindustrie produziert und der Käufer aus den USA kommt, braucht die Übernahme Freigaben nach dem Außenwirtschafts- und Investitionskontrollrecht. Laut Red Cat sind Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und Großbritannien nötig. Abgeschlossen werden soll der Deal deshalb erst im ersten Halbjahr 2027. Ob die Behörden Auflagen verlangen, etwa zur Sicherung von Know-how und Arbeitsplätzen in Österreich, ist offen.

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