Ausgerechnet NEOS-Wähler: Wer mit der Dreierkoalition unzufrieden ist

Ausgerechnet NEOS-Wähler: Wer mit der Dreierkoalition unzufrieden ist

58 Prozent unzufrieden, nur 19 Prozent zufrieden: Die Stimmung gegenüber der Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS ist schlecht. Eine Detailauswertung der jüngsten Lazarsfeld-Umfrage für oe24 zeigt, woher die Unzufriedenheit kommt – und dass sie ausgerechnet bei den Anhängern eines Regierungspartners auffällig groß ist.

Die FPÖ-Wähler als Motor

Die größte Gruppe der Unzufriedenen stellen erwartungsgemäß die Anhänger der FPÖ. 91 Prozent von ihnen beurteilen die Arbeit der Regierung negativ, wie oe24 berichtet. Weil die FPÖ in der Sonntagsfrage bei rund 40 Prozent liegt, prägen ihre Wähler das Gesamtergebnis stark.

NEOS-Wähler: 46 Prozent unzufrieden

Überraschender ist der Blick auf die NEOS. Von den Wählern der kleinsten Regierungspartei sind laut Lazarsfeld 46 Prozent unzufrieden mit der Koalition, nur 16 Prozent zufrieden. Damit sind die NEOS neben der FPÖ die einzige Partei, deren Anhänger die Regierung überwiegend negativ sehen. Die Gründe nennt die Umfrage nicht. Naheliegend ist allerdings ein Blick auf die vergangenen Wochen: Parteichefin Beate Meinl-Reisinger nannte die von den NEOS mitbeschlossene Paketsteuer einen “Murks”, Klubobmann Yannick Shetty räumte einen “Fehler” ein, beim Zivildienst gerieten die NEOS mit der ÖVP aneinander. In der Sonntagsfrage liegen sie bei rund sechs bis sieben Prozent.

ÖVP und SPÖ halten zu ihrer Regierung

Anders bei den beiden größeren Koalitionspartnern. ÖVP-Wähler sind zu 44 Prozent zufrieden und nur zu 17 Prozent unzufrieden, SPÖ-Wähler zu 43 zu 22 Prozent – trotz der Turbulenzen um Andreas Babler. Und selbst unter den Anhängern der oppositionellen Grünen überwiegen mit 38 zu 33 Prozent die Zufriedenen. Ein Teil der Befragten wählte bei allen Parteien eine mittlere Antwort oder machte keine Angabe.

Kleine Gruppen, große Unsicherheit

Ein wichtiger Hinweis fehlt bei oe24: Die Aussagen zu einzelnen Wählergruppen beruhen auf kleinen Teilstichproben. Befragt wurden insgesamt 1.000 Menschen. Bei einem NEOS-Anteil von rund sechs Prozent stützt sich das Ergebnis für die NEOS-Wähler auf nur etwa 60 Befragte. Die Schwankungsbreite ist dort entsprechend groß, der Wert ist eher als Tendenz zu lesen denn als exakte Zahl. Bei FPÖ-Wählern mit rund 400 Befragten ist das Ergebnis dagegen deutlich belastbarer.

Druck vor dem Herbst der Ergebnisse

Für die Koalition bleibt die Lage trotzdem angespannt. In derselben Umfrage sprach sich erstmals eine Mehrheit von 52 Prozent für Neuwahlen aus. Beim Gipfel am Samstag hatte die Regierung Einigungen beim Uni-Budget und beim Zukunftsdepot verkündet, die Streitthemen Paketsteuer und Zivildienst blieben offen.


Credits: BKA, Christopher Dunker

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