Er sagt nicht, dass er antritt. Aber er tut einiges, das genau danach aussieht. Remus-Eigentümer Stephan Zöchling hat mit seiner Plattform “Zusammen stärker” eine Video-Kampagne gestartet – und sich dafür ein Gesicht geholt, das in Österreich fast jeder kennt: den “Hausverstand” aus der Billa-Werbung.
Ein bekanntes Gesicht
Wie oe24 berichtet, tritt in den Clips Schauspieler René Dumont auf, der den “Hausverstand” von 2007 bis 2016 für den Handelskonzern Billa verkörperte. Hinter der Kampagne steht dem Vernehmen nach Werber Marco de Felice, der die Figur einst erfunden hat. Der Hausverstand soll in mehreren Videos als “Gesprächspartner, Berater und Freund” Zöchlings auftreten, heißt es von der Plattform. Das erste Video dauert rund eine Minute, weitere sollen in den kommenden Tagen folgen.
Inhalte statt Poltern
Die Begründung liefert “Zusammen stärker” gleich mit – und sie ist erstaunlich selbstkritisch. Die Lösungsvorschläge der Initiative basierten “oft auf Hausverstands-Überlegungen”. Diese Inhalte würden aber “manchmal von der Art und Weise, wie Stephan Zöchling die Probleme auf den Tisch knallt, überstrahlt”. Der Hausverstand solle deshalb helfen, sie “noch deutlicher und klarer verständlich unter das Volk zu bringen”.
“Eine spannende Reise”
Im ersten Clip fragt Zöchling seinen Gesprächspartner: “Wollen Sie mich auf eine spannende Reise begleiten?” Und schiebt nach: “Es könnte aber mitunter holprig werden.” oe24 deutet das als Hinweis auf eine mögliche Kandidatur. Bestätigt hat Zöchling ein Antreten bisher nicht. Laut einem früheren oe24-Bericht soll er aber bereits mit Industriellen über die Finanzierung einer eigenen, wirtschaftsnahen Liste gesprochen haben. Die Plattform wird demnach vom “Campaigning Bureau” unterstützt, das einst die Wahlkämpfe von Sebastian Kurz organisierte. Öffentlich hatte Zöchling zuletzt Neuwahlen gefordert: Die Lage in Regierung und SPÖ sei “den Österreicherinnen und Österreichern nicht mehr zumutbar”.
Die Sorge der ÖVP
Für die Volkspartei ist die Kampagne ein Warnsignal. Eine wirtschaftsnahe Liste würde vor allem im Wählerreservoir von ÖVP und NEOS fischen. “Umso länger wir uns Zeit lassen, umso mehr Platz lassen wir potenziellen Gegenkandidaten wie Zöchling, um sich zu positionieren”, zitiert oe24 einen ÖVP-Insider. Und weiter: “Wenn es blöd läuft, haben wir irgendwann einmal eine Situation, wo sich eine Koalition zwischen der FPÖ und einer Wirtschaftsliste à la Zöchling ohne die ÖVP ausgeht.” Die Neuwahl-Befürworter in der ÖVP dürften sich damit bestätigt fühlen. Bundeskanzler Christian Stocker hat dagegen zuletzt betont, regulär werde 2029 gewählt.
Credits: Screenshot / #zusammenstärker
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