Heftige Gewitter haben am Montagabend in mehreren Regionen Österreichs schwere Schäden angerichtet. Besonders dramatisch: Im Tiroler Stanzertal wurde ein Linienbus von einer Mure erfasst und mitgerissen — die Insassen mussten von der Feuerwehr befreit werden.
Bus von Schlammmassen mitgerissen
Zu der gefährlichen Situation kam es laut tirol.ORF.at kurz nach 20 Uhr auf der Stanzertalstraße zwischen Pettneu und Flirsch im Bezirk Landeck. Der Bach „Hohe Riefe“ trat über die Ufer, Wasser und Schlamm wälzten sich über die Fahrbahn und rissen den Linienbus, der in Richtung Arlberg unterwegs war, mehrere Meter mit. Wie tirol.ORF.at weiter berichtet, wurde die Straße auf einer Länge von fast 100 Metern bis zu einem Meter hoch verschüttet, die Insassen saßen im Fahrzeug fest und konnten sich nicht selbst befreien.
Die Tiroler Tageszeitung schildert die Szenerie unter Berufung auf den Landecker Bezirksfeuerwehrinspektor so: „Sie sind wohlauf. Die Passagiere sind nicht mehr allein herausgekommen. Es war eine heikle Situation.“ Erst die Feuerwehr habe die im Bus eingeschlossenen Menschen befreien können: „Es war nicht ganz ohne.“ Im Fahrzeug befanden sich demnach neben dem Fahrer eine Frau, ein Mann und ein 14-jähriges Mädchen.
Unterschiedliche Angaben zum Gesundheitszustand
Bei den Folgen für die Insassen gibt es in der Berichterstattung eine Diskrepanz: Während die Tiroler Tageszeitung von vier offenbar unverletzten Personen ausgeht, berichtet tirol.ORF.at, dass die drei Fahrgäste zwar unverletzt geblieben seien, der Busfahrer jedoch mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus Zams gebracht worden sei. Eine abschließende, einheitliche Bestätigung zum Gesundheitszustand aller Beteiligten lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.
Straßen vorerst gesperrt
Die betroffene Stanzertalstraße (L68) blieb laut tirol.ORF.at nach dem Murenabgang zunächst gesperrt, ebenso eine nahegelegene Gemeindestraße. Die umliegenden Häuser waren jedoch über die Arlberg-Schnellstraße (S16) weiterhin erreichbar. Auch die Tiroler Straße (B171) bei Schnann war von der Mure betroffen, konnte aber noch am späteren Abend wieder freigegeben werden. Im Einsatz standen die Feuerwehren von Schnann, Pettneu und Flirsch sowie die Rettung mit einem Notarzt und drei Polizeistreifen. Die endgültige Räumung der noch gesperrten Straßenabschnitte sollte laut tirol.ORF.at erst am Dienstag nach einer Begutachtung durch Experten beginnen.
Auch zweiter Murenabgang im Pitztal
Nicht der einzige Zwischenfall des Abends: Wie oe24.at berichtet, gab es zudem zwei Murenabgänge auf die Pitztalstraße (L16) in St. Leonhard im Pitztal im Bezirk Imst. Personen waren dort nicht betroffen, die Feuerwehr stand dennoch im Einsatz.
Auch Oberösterreich schwer getroffen
Parallel zu den Tiroler Ereignissen wütete das Unwetter auch in Oberösterreich. Besonders stark betroffen war laut oe24.at der Bezirk Vöcklabruck, wo Einsatzkräfte ab etwa 20 Uhr im Minutentakt zu überfluteten Kellern, umgestürzten Bäumen und weiteren Sturmschäden ausrücken mussten. Abschnittskommandant Franz Schausberger erklärte gegenüber dem ORF, dass neben der Feuerwehr Vöcklabruck auch zahlreiche umliegende Wehren im Einsatz waren: „Ohne diese zusätzlichen Feuerwehren wäre die große Anzahl der Einsätze nicht zu bewältigen gewesen.“
Zusätzlich sorgte ein Blitzeinschlag in ein Wohnhaus in Vöcklabruck für einen Dachstuhlbrand, auch das Rote Kreuz wurde alarmiert — verletzt wurde dabei laut oe24.at niemand. Die Gewitterzelle zog anschließend über den Zentralraum und das Innviertel weiter in Richtung Mühlviertel.
Enorme Regenmengen und Sturmböen
Die Niederschlagsmengen waren örtlich beträchtlich: In Vöcklabruck fielen laut oe24.at knapp 70 Liter Regen pro Quadratmeter, in Linz rund 40 Liter. Hinzu kamen Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. In der Gemeinde Timelkam stürzte unter anderem ein großer Baum auf das Gelände eines Kindergartens.
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