Paukenschlag bei der SPÖ Graz: Doris Kampus tritt zurück

Paukenschlag bei der SPÖ Graz: Doris Kampus tritt zurück

Nach dem historisch schlechtesten Wahlergebnis der Grazer SPÖ zieht Parteichefin Doris Kampus die Konsequenzen — und legt ihre Funktion mit sofortiger Wirkung zurück. Nachfolger ist Klubobmann Hannes Schwarz, der eine grundlegende Neuaufstellung der Partei ankündigt.


Ein Debakel mit Ansage

Bereits am Wahlabend hatte sich abgezeichnet, wohin die Reise geht. Wie der ORF Steiermark berichtet, sagte Spitzenkandidatin Doris Kampus schon im Interview am Wahlabend: „Wie und mit wem es weitergehen wird, müssen wir besprechen“ — ein Satz, der ihren Rückzug bereits andeutete. Das Ergebnis der Gemeinderatswahl am Sonntag war für die SPÖ verheerend: Wie die Salzburger Nachrichten berichten, verlor die Partei 3,9 Prozentpunkte und kam nur noch auf 5,6 Prozent — das historisch schlechteste Resultat, das die Grazer SPÖ je eingefahren hat. Damit verliert die Partei auch ihren Klubstatus im Gemeinderat.

Rücktritt noch am Wahlabend besiegelt

Am Montagabend um 20.30 Uhr machte eine Aussendung der SPÖ Graz die Entscheidung offiziell: Stadtparteivorsitzende Doris Kampus trat bei der Vorstandssitzung mit sofortiger Wirkung zurück. Wie steiermark.ORF.at berichtet, verließ Kampus die Sitzung, ohne mit Medien zu sprechen — dem Vernehmen nach kündigte sie aber an, auch auf ihr Gemeinderatsmandat zu verzichten. In der Vorstandssitzung selbst stimmten laut ORF Steiermark 23 von 26 Stimmberechtigten für Hannes Schwarz, den bisherigen Klubobmann der SPÖ im Landtag, als geschäftsführenden Nachfolger.

Schwarz kündigt Neustart „von Grund auf“ an

In seiner ersten Aussendung als geschäftsführender Vorsitzender ließ Schwarz keinen Zweifel an der Tragweite der Niederlage. „Am Wahlergebnis gibt es nichts zu beschönigen: Nach diesem schmerzhaften Tag geht es jetzt darum, die SPÖ Graz grundlegend neu zu denken. Nicht in einem Schnellschuss, sondern von Grund auf“, zitiert ihn meinbezirk.at. Im Interview mit dem ORF Steiermark sprach Schwarz noch deutlichere Worte: Die Partei habe „ein dramatisches, katastrophales Wahlergebnis“ erzielt. Es gelte nun, „keine Schnellschüsse zu machen, sondern von Grund auf schonungslos aufzuklären“.

Klare Absage an eine Koalition

Inhaltlich positionierte sich die Partei bereits bei der Vorstandssitzung: Wie die Salzburger Nachrichten berichten, wurde dort klargestellt, dass das Wahlergebnis „in keinster Weise ein Mandat darstellt, in irgendeiner Form für eine Koalition oder fixe Zusammenarbeit zur Verfügung zu stehen“. Die SPÖ Graz werde sich in der kommenden Periode in der Opposition neu definieren.

Landeschef Lercher dankt Kampus

Auch SPÖ-Landeschef Max Lercher meldete sich zu Wort und stellte sich hinter den Führungswechsel: „Dass Klubobmann Hannes Schwarz in dieser schwierigen Übergangsphase die Führung übernimmt, ist nicht selbstverständlich. Die heutige Vorstandssitzung zeigt, dass er den Rückhalt der Grazer Stadtpartei hat“, so Lercher laut meinbezirk.at. Gleichzeitig würdigte er Kampus‘ Rückzug: „Dass sie nach dem Wahlergebnis die Konsequenzen zieht und den Weg für einen Neustart freimacht, verdient Respekt und Anerkennung.“

Credits: Isiwal – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49985663

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