Union schlägt AfD – erstmals seit einem halben Jahr wieder vorn

Union schlägt AfD – erstmals seit einem halben Jahr wieder vorn

Ein Prozentpunkt Vorsprung, sechs Monate Rückstand aufgeholt: Im neuen INSA-Sonntagstrend liegt die Union wieder vor der AfD. Freude ist angebracht – aber Vorsicht auch.

Die Zahlen: Union zieht an AfD vorbei

Es ist eine Momentaufnahme, die in Berlin aufhorchen lässt. Wie die Bild am Sonntag auf Basis des aktuellen INSA-Sonntagstrends berichtet, liegt die Union (CDU/CSU) erstmals seit September 2025 wieder vor der AfD. CDU/CSU kommen auf 26 Prozent – ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche. Die AfD stagniert bei 25 Prozent.

Der Erhebungszeitraum: 23. bis 27. Februar 2026, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut INSA. Alle anderen Parteien bleiben nahezu unverändert: SPD bei 16, Grüne bei 11, Linke verliert einen Punkt und fällt auf 10 Prozent. BSW und FDP dümpeln jeweils bei 3 Prozent – weit unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde.

Das Koalitionsproblem bleibt ungelöst

Wer nun auf eine stabile Mehrheit hofft, wird schnell ernüchtert. Wie INSA-Chef Hermann Binkert laut nachrichten-heute.net erklärt, sind für eine parlamentarische Mehrheit mehr als 44 Prozent nötig. CDU/CSU und SPD kämen zusammen gerade einmal auf 42 Prozent – zwei Prozentpunkte zu wenig. Rot-Rot-Grün erreicht 37 Prozent, auch keine Mehrheit.

Rechnerisch hätte eine Koalition aus Union und AfD mit 51 Prozent eine Mehrheit – sie gilt jedoch parteiintern bei CDU und CSU als politisch ausgeschlossen. Das Dilemma der deutschen Politik in einer Zahl.

Merz legt zu – aber die Unzufriedenheit bleibt massiv

Auch bei der Kanzlerzufriedenheit zeigt sich eine leichte Erholung. Laut der Bild-Auswertung des INSA-Trends sind 25 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden – zwei Punkte mehr als Anfang Februar. Die Unzufriedenheit sank auf 64 Prozent (minus drei Punkte).

Zum Vergleich: Noch Anfang Februar war die Lage für Merz deutlich düsterer. Wie digitaldaily.de berichtete, waren damals 67 Prozent unzufrieden mit dem Kanzler, nur 23 Prozent zufrieden. Der Negativtrend scheint vorerst gestoppt.

Mit der Arbeit der Bundesregierung insgesamt sind 23 Prozent zufrieden, 67 Prozent unzufrieden. Eine Mehrheit der Zufriedenen findet sich laut INSA ausschließlich unter Unionswählern selbst – das ist politisch kein komfortabler Befund.

Einordnung: Trendwende oder Momentaufnahme?

Ein Prozentpunkt Vorsprung bewegt sich innerhalb der statistischen Schwankungsbreite jeder Umfrage. Bereits in den vergangenen Monaten wechselten Union und AfD mehrfach die Positionen: Anfang Februar lagen beide laut t-online gleichauf bei je 25 Prozent, eine Woche später rutschte die Union laut finanznachrichten.de wieder auf 25 und die AfD führte mit 26 Prozent.

Von einer stabilen Trendwende kann also keine Rede sein. Was sich aber zeigt: Der monatelange Abwärtstrend der Union ist vorerst gestoppt, und die AfD verliert – zumindest vorübergehend – ihren Sonderstatus als stärkste Kraft im Bund.

Ob das an einer geänderten Stimmungslage liegt, an der Wahrnehmung der Migrationspolitik oder schlicht am Rauschen des statistischen Wochentakts – das werden die kommenden Erhebungen zeigen.


Quellen: Weltwoche, Bild am Sonntag/INSA Sonntagstrend (23.–27. Februar 2026), nachrichten-heute.net, news.de, digitaldaily.de, t-online, finanznachrichten.de (01.03.2026)

Credits: APA

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