Ein eisiger Wind weht durch das Kanzleramt, und das liegt nicht nur an der Jahreszeit. Das neueste Stimmungsbild der Nation gleicht einer schallenden Ohrfeige für die Koalitionäre. Ein Jahr, das mit Hoffnungen startete, endet in einem demoskopischen Desaster.
Das große Minus-Debakel
Es sind Zahlen, die in den Parteizentralen für Schnappatmung sorgen dürften. Wie oe24 unter Berufung auf eine aktuelle Erhebung der Lazarsfeld Gesellschaft berichtet, steht die Regierung vor einem Scherbenhaufen. Das vernichtende Urteil der 1.000 befragten Österreicher: Kein einziger Minister schafft es mehr in den positiven Bereich.
Der Kanzler, der Vizekanzler und alle 12 Ministerinnen und Minister – sie alle rutschen ins Minus. Das bedeutet im Klartext: Bei jedem einzelnen Regierungsmitglied überwiegt mittlerweile der negative Eindruck in der Bevölkerung. Der Saldo aus Zustimmung und Ablehnung ist tiefrot gefärbt.
Eine Überraschung an der Spitze
In diesem Meer aus roten Zahlen gibt es dennoch eine unerwartete Spitzenreiterin, sozusagen die „Einäugige unter den Blinden“. Wie aus den Daten hervorgeht, die oe24 veröffentlichte, kann sich Verteidigungsministerin Klaudia Tanner behaupten. Die seit 2020 amtierende Ministerin führt das Ranking an – allerdings mit einem Saldo von minus 8 Prozent. 21 Prozent der Befragten haben einen positiven Eindruck von ihr, aber 29 Prozent sehen ihre Arbeit negativ.
Dicht auf den Fersen folgt ihr laut dem Bericht ein SPÖ-Trio: Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner liegt bei einem Saldo von minus 10, gefolgt von Peter Hanke mit minus 11. Markus Marterbauer und Familienministerin Claudia Plakolm teilen sich mit einem Minus von 12 Prozentpunkten die weiteren Plätze. Besonders bitter für Hanke und Marterbauer: Noch im November lagen sie auf den Plätzen 1 und 2, wenngleich auch da schon im negativen Bereich.
Chef-Etage im freien Fall
Die härteste Kritik der Wähler trifft jedoch die Bosse der Ampel-Koalition. Christian Stocker, Andreas Babler und Beate Meinl-Reisinger bekommen den Frust der Bürger ungefiltert zu spüren. Wie die Analyse der Lazarsfeld Gesellschaft zeigt, stürzt Bundeskanzler Stocker auf einen Saldo von minus 25 Prozent ab.
Noch düsterer sieht es für Außenministerin Meinl-Reisinger aus, die laut oe24 bei einem Wert von minus 29 landet. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt für den Kanzler: Betrachtet man nur die positiven Werte isoliert, käme Stocker mit 18 Prozent Zustimmung immerhin auf Platz 3. Doch die breite Ablehnung drückt das Gesamtergebnis gnadenlos nach unten. Es ist ein Jahreszeugnis, das in der Koalition wohl für Krisenstimmung unter dem Weihnachtsbaum sorgen wird.
Credits: APA
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