Umfrage: Grüne überholen NEOS – FPÖ bleibt uneinholbar

Umfrage: Grüne überholen NEOS – FPÖ bleibt uneinholbar

Die Botschaft ist klar: Wer regiert, verliert. Das zeigt die aktuelle Lazarsfeld-Umfrage für oe24, für die zwischen dem 16. und 24. März 2026 insgesamt 2.000 Personen befragt wurden (maximale Schwankungsbreite: 2,2 Prozent). Die Grünen unter Parteichefin Leonore Gewessler legen auf 11 Prozent zu – ein Plus von fast drei Prozentpunkten gegenüber dem Wahlergebnis vom September 2024, als die Partei mit 8,4 Prozent noch klar hinter den NEOS gelegen war.

Grüne ziehen an NEOS vorbei

Die Rollenumkehr ist bemerkenswert: Bei der Nationalratswahl 2024 landeten die NEOS mit 9,1 Prozent noch deutlich vor den Grünen. Heute ist das Verhältnis umgekehrt. Wie oe24 berichtet, verharren die Pinken in der aktuellen Umfrage bei lediglich 7 Prozent – der Abstand zu den Grünen beträgt damit inzwischen vier Prozentpunkte. Für eine Partei, die sich als liberale Kraft in der Regierungsverantwortung profilieren wollte, ist das ein ernüchterndes Signal.

Die Grünen hingegen profitieren von ihrer Oppositionsrolle. Wie die Umfragedaten von politpro.eu über mehrere Institute hinweg zeigen, lagen die Grünen schon zu Jahresbeginn 2026 stabil bei rund 10 bis 11 Prozent – ein Wert, den sie in der Regierungszeit mit der ÖVP nie erreicht hatten.

FPÖ: Komfortabel auf Platz eins

Für Herbert Kickl und die FPÖ ist die aktuelle politische Lage ein Geschenk. Wie oe24 berichtet, kommt die FPÖ auf 36 Prozent – trotz eines leichten Rückgangs von einem Punkt gegenüber der Vorwoche bleibt sie unangefochtene Nummer eins. Und auch in der Kanzlerfrage führt Kickl mit 32 Prozent klar vor ÖVP-Kanzler Christian Stocker, der lediglich auf 12 Prozent kommt.

Ampel-Parteien unter Druck

Der Rest des Bildes ist für die Regierung wenig schmeichelhaft. Die ÖVP legt zwar einen Punkt auf 21 Prozent zu, bleibt aber weit unter jenen Werten, die eine Kanzlerpartei üblicherweise anstrebt. Die SPÖ dümpelt laut oe24 bei 18 Prozent – drei Punkte unter dem eigenen Wahlergebnis.

Besonders pikant: Wie oe24 auf Basis der aktuellen Umfragewerte hochrechnet, hätten ÖVP, SPÖ und NEOS gemeinsam nur 90 Mandate – zwei zu wenig für eine Parlamentsmehrheit. Die KPÖ, derzeit bei 3 Prozent und damit unter der Einzugshürde, ist dabei noch gar nicht eingerechnet.

Opposition als Wachstumsstrategie

Die Zahlen zeichnen ein eindeutiges Bild: Wer in Krisenzeiten regiert, trägt die Verantwortung – und zahlt den Preis dafür in den Umfragen. Die Grünen haben diese Lektion offenbar gelernt. Ob der Trendwechsel nachhaltig ist, wird sich zeigen. Vorerst aber gilt: Opposition ist das bessere Geschäft.


Quellen:

  • oe24.at: Lazarsfeld-Umfrage für oe24, 16.–24. März 2026, n=2.000, max. Schwankung 2,2 %
  • politpro.eu: Wahlumfragen Österreich – Sonntagsfragen & Wahltrend 2026
  • oe24.at: Historische Umfrageberichte, Jänner–März 2026

Credits: APA

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