Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen: Während der Krieg in der Heimat weiter tobt, haben sich zehntausende Ukrainerinnen und Ukrainer in Österreich offenbar ein neues Leben aufgebaut. Eine aktuelle Erhebung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) enthüllt jetzt spannende Details über die Zukunftspläne der Vertriebenen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Koffer bleiben ausgepackt.
Nur 2 Prozent wollen zurück
Wie oe24 unter Berufung auf den ÖIF berichtet, planen derzeit nur verschwindend geringe zwei Prozent der nach Österreich geflüchteten Menschen eine baldige Rückkehr in die Ukraine. Der Großteil sieht seine Zukunft in der Alpenrepublik. Mehr als 60 Prozent geben an, dauerhaft in Österreich bleiben zu wollen.
Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) zeigte sich bei einer Pressekonferenz begeistert von diesen Werten. Sie bezeichnete die Ukrainer als „mit Abstand die fleißigste Gruppe der Zugewanderten“, wie die Kleine Zeitung zitiert. Diese lobenden Worte kommen nicht von ungefähr, denn der Andrang auf Bildungsangebote ist enorm.
Ansturm auf Deutschkurse
Der Wille zur Integration zeigt sich besonders deutlich beim Erlernen der Sprache. Laut ÖIF-Direktor Franz Wolf, den oe24 zitiert, wurden im vergangenen Jahr 23.000 Kursplätze an ukrainische Vertriebene vergeben. Damit stellen sie erstmals die größte Gruppe in den Deutschkursen.
Job-Wunder am Arbeitsmarkt
Die Integration am Arbeitsmarkt nimmt deutlich Fahrt auf. Waren 2022 noch rund 10.000 Ukrainer beschäftigt, stieg diese Zahl bis zum Vorjahr stetig auf 25.000 an, wie oe24 berichtet.
Doch nicht alles läuft rund. Ministerin Bauer räumte ein, dass es bei der Anerkennung von mitgebrachten Bildungsabschlüssen – der sogenannten Nostrifizierung – noch immer hakt. Hier müsse man besser werden, so das Eingeständnis.
Wer bekommt Familienbeihilfe?
Ein heißes Eisen bleibt die finanzielle Unterstützung. Bauer stellte klar, dass an den Regeln zur Familienbeihilfe nicht gerüttelt wird. Seit November ist diese Leistung an eine Erwerbstätigkeit oder eine Meldung beim Arbeitsmarktservice (AMS) gebunden – mit Ausnahmen für Kinder und Senioren. Diese Maßnahme habe laut der Ministerin „gute Wirkung gezeigt“.
Aktuell leben gut 94.000 Ukrainer in Österreich. Die Mehrheit davon sind Frauen (über 60 Prozent) und ein Drittel ist unter 20 Jahre alt.
Quellen: oe24, Kleine Zeitung, ÖIF
Credits: APA
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