Trumps Zollhammer: Europas Pharmaindustrie unter Druck

Canva
Trumps Zollhammer: Europas Pharmaindustrie unter Druck

Donald Trump schlägt wieder zu! Der US-Präsident sorgt mit einer neuen Zollpolitik für Aufsehen – und für Empörung. Ab dem 1. Oktober sollen auf importierte Markenmedikamente Zölle von satten 100 Prozent erhoben werden. Doch das ist noch nicht alles: Auch Möbel und Lastwagen stehen auf seiner Liste. Was steckt hinter diesem wirtschaftlichen Paukenschlag? Und wie reagiert Europa?

100 Prozent Zoll auf Medikamente: Ein Schlag ins Gesicht der Patienten?

Wie der Deutschlandfunk berichtet, will Trump mit den neuen Zöllen die heimische Wirtschaft stärken. Doch Kritiker sehen darin vor allem eine Gefahr für die US-Bevölkerung. Medikamente, die ohnehin in den USA teurer sind als in Europa, könnten für viele unerschwinglich werden. „Das wird die Schwächsten treffen“, warnt die Apothekervereinigung ABDA. Auch in Deutschland könnten die Auswirkungen spürbar sein: Engpässe bei der Arzneimittelversorgung drohen.

Europas Antwort: Gelassenheit oder Verzweiflung?

Die EU-Kommission gibt sich betont ruhig. Laut einer Erklärung, die der ORF zitiert, schützt ein Abkommen zwischen der EU und den USA europäische Pharmaunternehmen vor den schlimmsten Folgen. Eine Obergrenze von 15 Prozent für Zölle auf EU-Exporte sei festgelegt worden. Doch reicht das aus? Unternehmen wie Bayer und Merck warten ab, während Novartis und Roche auf Milliardeninvestitionen in den USA setzen, um die Zölle zu umgehen, so das Handelsblatt.

Trump verteidigt seine Politik: „Es geht um nationale Sicherheit“

Auf seiner Plattform „Truth Social“ rechtfertigt Trump die Maßnahmen. Die Zölle seien notwendig, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten und die heimische Wirtschaft zu schützen. Doch viele sehen darin einen Vorwand. „Trump ruiniert das Land“, titelt der Focus und zitiert Leser, die die sozialen Folgen der Zölle anprangern.

Möbel und Lastwagen: Trumps nächste Ziele

Doch nicht nur die Pharmaindustrie steht im Fokus. Auch auf Polstermöbel, Küchenmöbel und Badezimmerausstattungen sollen ab Oktober Zölle von bis zu 50 Prozent erhoben werden. Lastwagenimporte werden mit 25 Prozent belegt. Trump will damit heimische Hersteller wie Peterbilt und Freightliner stärken. Doch Kritiker warnen vor einem Handelskrieg, der die Weltwirtschaft ins Wanken bringen könnte.

Ein Paradigmenwechsel in der Handelspolitik?

Historisch gesehen gab es weltweit kaum Zölle auf Medikamente. Doch Trump bricht mit dieser Tradition. „Das ist ein Paradigmenwechsel“, sagt René Buholzer vom Schweizer Pharmaverband Interpharma im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Die Frage bleibt: Wird Europa mit Gegenmaßnahmen reagieren? Oder bleibt es bei der bisherigen Zurückhaltung?

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x