CIA-Direktor John Ratcliffe und die Direktorin der nationalen Nachrichtendienste (DNI), Tulsi Gabbard (beide im APA-Bildd unten), äußerten sich am Mittwoch nahezu zeitgleich zu den Luftangriffen im Iran. Beide betonten, dass neue, glaubwürdige Informationen die Darstellung von Präsident Donald Trump stützten, wonach die iranischen Nuklearanlagen vernichtet worden seien.
„Ein Korpus glaubwürdiger Geheimdiensterkenntnisse deutet darauf hin, dass Irans Nuklearprogramm bei den jüngsten Angriffen schwer beschädigt wurde“, erklärte Ratcliffe. Er verwies auf Informationen aus einer „historisch zuverlässigen Quelle“, wonach mehrere zentrale Atomanlagen zerstört wurden und „erst über Jahre hinweg wieder aufgebaut werden könnten“. Details über Zeit, Ort oder Inhalt dieser Informationen wurden jedoch nicht genannt.
Gabbard veröffentlichte ihre Stellungnahme gegen 14 Uhr (Ortszeit) auf der Plattform X: „Neue Erkenntnisse bestätigen, was der Präsident bereits mehrfach betont hat: Irans Nuklearanlagen wurden zerstört.“ Eine Sprecherin des DNI ergänzte später, dass es sich um US-amerikanische Erkenntnisse handle.
Kritik an früherer Einschätzung und Medien
Die Veröffentlichungen erfolgten, nachdem Medienberichte – unter anderem von CNN – am Dienstag auf eine vorläufige Analyse der Defense Intelligence Agency (DIA) Bezug genommen hatten. Diese kam zu dem Schluss, dass die Luftschläge keine entscheidenden Teile des iranischen Atomprogramms getroffen und dieses lediglich um einige Monate zurückgeworfen hätten. Die DIA betonte am Mittwoch, dass es sich um eine „vorläufige Bewertung mit geringer Sicherheit“ handle, da man die betroffenen Anlagen noch nicht direkt begutachten konnte.
Präsident Trump reagierte wütend auf die Berichte und warf den Medien gezielte Desinformation vor. In einem scharfen Online-Kommentar bezeichnete er die CNN-Berichterstattung als „Sabotage an der Wahrheit“ und bekräftigte erneut: „Die iranischen Nuklearanlagen wurden ausgelöscht.“
Auch Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigten Trump energisch auf einer Pressekonferenz am Rande des NATO-Gipfels in Den Haag. Hegseth bezeichnete die Berichte über angeblich geringe Schäden als „Versuch, den Erfolg der Mission und den Präsidenten zu untergraben“. Zudem kündigte er Ermittlungen zur Weitergabe der vertraulichen DIA-Einschätzung an die Medien an.
Beobachter zeigten sich überrascht über die ungewöhnlich direkte Öffentlichkeitsarbeit der Geheimdienste. Ein ehemaliger CIA-Analyst, der anonym bleiben wollte, nannte es „höchst ungewöhnlich“, dass der CIA-Direktor eine Bewertung in Form einer Pressemitteilung veröffentliche. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass dabei sensible Quellen oder Methoden offengelegt wurden.

Credits: APA
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