Trumps christliche Basis bröckelt — der Iran-Krieg spaltet MAGA

Trumps christliche Basis bröckelt — der Iran-Krieg spaltet MAGA

Donald Trump hat den Iran-Krieg zum Kreuzzug stilisiert. Doch ausgerechnet unter gläubigen Amerikanern schwindet der Rückhalt — und selbst frühere Getreue erheben ihre Stimme gegen ihn.

Katholiken kippen, Protestanten folgen

Wie Fox-News-Umfragen aus dem März 2026 zeigen, sind Trumps Zustimmungswerte unter zwei wichtigen religiösen Gruppen ins Negative gerutscht. Unter katholischen Wählern billigen nur noch 48 Prozent seine Amtsführung, 52 Prozent lehnen sie ab — noch Anfang März lag Trump bei Katholiken knapp im Plus. Unter weißen Protestanten zeigt sich ein ähnliches Bild. Laut domradio.de belegen aktuelle Pew-Research-Daten, dass selbst unter weißen Evangelikalen — Trumps treuester Gruppe — nur noch 40 Prozent der Meinung sind, ihr Präsident handle nach ethischen Grundsätzen. Im Februar 2025 waren es noch 55 Prozent.

Einzige Ausnahme: Bei weißen Evangelikalen stieg die reine Zustimmungsrate laut der Fox-News-Erhebung vom März 2026 leicht auf 64 Prozent — diese Gruppe hält eisern zur Kriegspolitik, solange diese mit Israel verknüpft bleibt.

Gott, Krieg und eine gespaltene Basis

Trump inszeniert den Iran-Krieg offen als religiösen Konflikt. Wie die Washington Post — zitiert von mehreren deutschsprachigen Medien — am 7. April 2026 berichtete, deutete Trump am Ostersonntagmorgen auf Truth Social den Krieg als Kampf zwischen Christentum und Islam. Verteidigungsminister Pete Hegseth verwendete laut t-online beim Pentagon-Gottesdienst Metaphern der Kreuzigung und Auferstehung Jesu, um US-Militäreinsätze zu rechtfertigen.

Doch die religiöse Einrahmung erzeugt Gegenreaktionen. Wie die Republik (Schweiz) analysiert, liegt die entscheidende Bruchlinie zwischen jenen MAGA-Anhängern, die Israel als theologische Pflicht betrachten, und jenen, für die „America First“ bedeutet: keine ausländischen Kriege. Marjorie Taylor Greene, einst enge Trump-Verbündete, schrieb öffentlich: Trump „ist kein Christ. Jesus hat uns aufgetragen, einander zu lieben und einander zu vergeben. Selbst unseren Feinden.“

Krieg verliert breiten Rückhalt

Das Pew Research Center befragte Ende März 2026 rund 3.500 Erwachsene und kam zu einem klaren Befund: Das Vertrauen in Trumps außenpolitische Entscheidungen ist auf breiter Front gesunken. Gegenüber 2024 fiel die Zahl jener, die Trump im Umgang mit dem Iran für kompetent halten, deutlich. Laut Washington Post / Ippen Media lehnten in fünf jüngsten Umfragen mit insgesamt über 10.000 Befragten fast sechs von zehn Amerikanern den Iran-Krieg ab — und auch unter Republikanern ist die Zustimmung weniger geschlossen als die Ablehnung bei Demokraten.

Trumps religiöse Inszenierung seiner Machtpolitik mag bei einem Teil seiner Kernwähler funktionieren. Dass sie ausgerechnet jene verprellt, die ihn einst aus Glaubensgründen gewählt haben, dürfte mit Blick auf die Zwischenwahlen 2026 zu einem ernsthaften Problem werden.

Credits: APA

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