Auch die große Militärparade am 14. Juni soll massenweise Geld in die Kassen von Donald Trumps Spenden-Sammlern spülen: Wer teure Tickets für die Militärshow bezahlt, bekommt VIP-Plätze und Sonderführungen.
Etwaige Großspender eines Komitees zur Unterstützung der Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten dürfen sich auf ein ganz besonderes Privileg freuen, berichtet das Wall Street Journal: Sie erhalten exklusiven Zugang zur Militärparade, zu einem Truppenaufmarsch auf einem Militärstützpunkt und einer pompösen Unabhängigkeitsfeier in Washington – organisiert von Donald Trump selbst.
Wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Unterstützer berichten, bietet das Komitee America250 ausgewählten Spendern ein „maßgeschneidertes VIP-Erlebnis“ bei mehreren hochkarätigen Events an, die im Sommer mit Beteiligung des US-Militärs geplant sind. Das Komitee wurde ursprünglich 2016 als überparteiliche Organisation zur Unterstützung nationaler Feierlichkeiten gegründet und wird nun aber maßgeblich von Trumps Umfeld geprägt.
Drei Großereignisse
Das exklusiv an potenzielle Unterstützer verschickte Informationsmaterial nennt drei zentrale Veranstaltungen, zu denen finanzkräftige Spender Zugang erhalten:
- Ein Großevent auf dem Militärstützpunkt Fort Bragg (North Carolina) am 10. Juni: Trump wird dort bei einer „Readiness-Demonstration“ vor Tausenden Soldaten sprechen. Geplant ist auch ein militärisches Flugmanöver – das Ganze soll als nationale Sondersendung aufgezeichnet werden.
- Eine Militärparade durch Washington, D.C., am 14. Juni, dem 79. Geburtstag des Ex-Präsidenten. Die Parade führt über die Constitution Avenue, umfasst Panzer, historische Reenactments, Überflüge und endet mit einer öffentlichen Ansprache Trumps sowie einem feierlichen Wiederverpflichtungseid von Soldaten. Trump wird von einer „offiziellen Ehrentribüne“ aus zusehen.
- Ein Festakt am 4. Juli in Washington: Hier sollen nationale Initiativen wie eine neue „Great America State Fair“ und die „Patriot Games“ vorgestellt werden. Neben Konzerten ist eine Rede des Präsidenten vorgesehen.
Kritik an Militärinszenierung
John Bolton, Trumps ehemaliger Sicherheitsberater, äußerte sich kritisch über die Verbindung von militärischen Events und Spendeneinwerbung: „Es wirft Fragen auf, wenn man das Militär so öffentlich in Szene setzt – und das auch noch gegenüber Geldgebern.“ Schon während seiner Amtszeit habe Trump wiederholt mit dem Gedanken gespielt, eine Militärparade abzuhalten, besonders nachdem er beim französischen Nationalfeiertag in Paris eine solche gesehen hatte. „Sein Wunsch war es immer, auch in den USA eine Parade dieser Art durchzuführen“, sagte Bolton.
Bereits damals gab es jedoch Bedenken, dass Panzer die Straßen in Washington beschädigen könnten – die Kosten und logistische Belastung seien enorm, so Bolton. In der Vergangenheit waren Militärparaden in den USA meist besonderen Anlässen vorbehalten, etwa nach dem Golfkrieg 1991.
Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen unter der Leitung von Fundraising-Expertin Meredith O’Rourke, die bereits für Trump tätig war. America250 hat bislang keine Stellungnahme abgegeben. Trump sammelt derzeit Spenden für eine Vielzahl von Projekten – darunter sein PAC, eine künftige Präsidentenbibliothek und die groß angelegte 250-Jahr-Feier der USA.
Trump selbst kündigte das Jubiläum unlängst an: „Wir haben die Olympischen Spiele, wir haben die Weltmeisterschaft – aber wir haben auch etwas, das vielleicht noch größer ist: den 250. Geburtstag unseres Landes. Das wird ein großartiges Ereignis.“
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