Es ist die zweite Verlängerung innerhalb weniger Tage: US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran erneut verschoben. Wie Trump auf seiner Plattform Truth Social ankündigte, gilt nun bis Montag, den 6. April 2026, um 20 Uhr Ostküstenzeit (2 Uhr MEZ am 7. April) eine Feuerpause für iranische Energieanlagen. Begründung laut Trump: Teheran habe selbst um mehr Zeit gebeten. Wie ABC News berichtet, soll der Iran ursprünglich sieben Tage erbeten haben – Trump gewährte zehn.
Was Trump drohte – und warum er zurückrudert
Der Ausgangspunkt: Am vergangenen Samstag hatte Trump dem Iran per Truth-Social-Post ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt – entweder die Straße von Hormuz werde vollständig und ohne Drohungen für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet, oder die USA würden iranische Kraftwerke zerstören, beginnend mit dem größten. Wie Radio Free Europe berichtet, lautete Trumps ursprüngliche Formulierung, man werde die Kraftwerke regelrecht „auslöschen“.
Kurz vor Ablauf der ersten Frist am Montag folgte die erste Verlängerung um fünf Tage – begründet mit „sehr guten und produktiven Gesprächen“. Nun, wie NPR berichtet, folgte die zweite Fristverlängerung um weitere zehn Tage.
Iran: Gespräche? Welche Gespräche?
Während Trump von laufenden Verhandlungen spricht und den Iran als verhandlungswillig darstellt, dementiert Teheran das vehement. Wie CBS News berichtet, erklärte Irans Außenministerium, es gebe „keinen Dialog zwischen Teheran und Washington.“ Parallel dazu teilte ein hochrangiger iranischer Außenamtsvertreter CBS News gegenüber mit, man habe über Vermittler „Punkte der USA erhalten, die gerade geprüft werden“ – eine klare Distanzierung vom Begriff „Verhandlung“.
Wie Euronews berichtet, hat der Iran seinerseits Bedingungen übermittelt: Ende aller US-amerikanischen und israelischen Angriffe, Kriegsreparationen und die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormuz – Forderungen, die weit über den amerikanischen 15-Punkte-Plan hinausgehen.
Die Straße von Hormuz: Warum die Welt zuschaut
Die Meerenge ist keine gewöhnliche Wasserstraße. Wie Al Jazeera in Berufung auf internationale Energiedaten festhält, wird rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasbedarfs durch die Straße von Hormuz transportiert – der Großteil davon nach China, Indien und in andere asiatische Länder. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 hat der Iran immer wieder Schiffe in der Region angegriffen und den Verkehr faktisch zum Erliegen gebracht.
Als Zeichen des guten Willens – oder taktischem Kalkül – ließ der Iran laut Trump zehn Öltanker unter pakistanischer Flagge passieren. Trump wertete das als Signal, mit den „richtigen Leuten“ zu verhandeln.
Drohungen bleiben – auf beiden Seiten
Die Verlängerung bedeutet keine Entspannung. Wie Axios unter Berufung auf US-Regierungskreise meldet, bereitet das US-Militär parallel dazu Optionen für einen möglichen „finalen Schlag“ gegen den Iran vor. Teheran drohte seinerseits, im Falle von Angriffen auf iranische Küsten oder Inseln Seeminen im gesamten Persischen Golf zu verlegen – was den Schiffsverkehr weit über die Hormuzstraße hinaus lahmlegen würde.
Die neue Deadline steht: 6. April, 20 Uhr US-Ostküstenzeit. Was danach kommt, hängt davon ab, ob aus dem taktischen Schweigen beider Seiten doch noch ein echter Verhandlungstisch wird.
Quellen:
- oe24.at: Trump verschiebt Iran-Ultimatum, 26. März 2026
- Trump / Truth Social: Originalposting zur Fristverlängerung, 26. März 2026
- NPR: Iran war peace conditions / Trump extends Hormuz deadline, 26. März 2026
- ABC News: Trump extends deadline 2nd time for Iran, 26. März 2026
- CBS News: Iran war live updates, 24. März 2026
- Euronews: Trump extends deadline for Iran to open Strait of Hormuz, 26. März 2026
- Al Jazeera: Trump postpones military strikes on Iranian power plants, 23. März 2026
- Radio Free Europe / RFE-RL: Trump warns Iran to get serious but extends deadline, 26. März 2026
Credits: APA
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