Ein Händedruck, der die Weltwirtschaft vorerst rettet: Am Rande des APEC-Gipfels in Südkorea haben sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping auf einen überraschenden Kompromiss im Handelskrieg geeinigt. Doch hinter den Kulissen geht es um weit mehr als nur um Zölle – es ist ein erbitterter Kampf gegen eine tödliche Drogen-Epidemie.
Handelsfrieden auf Zeit
Die Welt atmet auf: Nach monatelangem Zittern gibt es eine Atempause im Handelskrieg der Supermächte. Wie das Weiße Haus offiziell mitteilt, werden die angedrohten Strafzölle der USA gegen China vorerst bis Ende 2026 ausgesetzt. Ein bereits bestehender Zollsatz von zehn Prozent bleibe jedoch in Kraft, heißt es weiter.
Kurz nach dem mit Spannung erwarteten Treffen verkündete Trump laut der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), dass die USA sogar einen bestehenden Zollsatz von 20 Prozent auf 10 Prozent senken werden. Dieser war als Druckmittel im Kampf gegen die Drogenkrise eingeführt worden. Trump selbst nannte den Deal einen „vollen Erfolg“.
Die Fentanyl-Krise als Trumps schärfste Waffe
Der wahre Grund für die Zölle und die jetzige Einigung ist ein Drama, das sich täglich in den USA abspielt. In einer offiziellen Mitteilung des Weißen Hauses wird die Fentanyl-Krise als „nationale Notlage“ bezeichnet. Trump wirft China seit Langem vor, für die tödliche Opioid-Schwemme mitverantwortlich zu sein. Er beschuldigt die chinesische Regierung, Chemieunternehmen zu subventionieren, die die Grundstoffe für das synthetische Opioid Fentanyl produzieren. „Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie unsere Bürger vergiftet werden“, so eine Erklärung aus dem Weißen Haus. Der Deal mit Xi ist also an harte Bedingungen geknüpft: China soll entschlossen gegen die Drogenkartelle und ihre Lieferketten vorgehen.
Xi nutzt die große Bühne – Trump reist ab
Während Trump den APEC-Gipfel, wie CNN berichtet, demonstrativ früher verließ, nutzte Xi Jinping die internationale Aufmerksamkeit für sich. Er inszenierte sich als neuer Vorkämpfer für globalen Freihandel und Zusammenarbeit. „Je turbulenter die Zeiten, desto mehr müssen wir zusammenstehen“, erklärte Xi in seiner Eröffnungsrede und versprach, Chinas Märkte weiter zu öffnen. Ein geschickter Schachzug, um Pekings Einfluss in der Region auszubauen, während die USA unter Trump einen isolationistischeren Kurs fahren.
Ein brüchiger Pakt mit vielen Fragezeichen
Trotz der versöhnlichen Töne bleibt die Lage angespannt. Experten warnen davor, den Deal als dauerhafte Lösung zu sehen. Zu tief sind die Gräben zwischen den beiden Wirtschaftsriesen. Die Einigung mag die Märkte kurzfristig beruhigen, doch sie ist mehr ein Waffenstillstand als ein Friedensvertrag. Die Welt blickt nun gespannt auf Peking: Wird China die Versprechen im Kampf gegen Fentanyl einlösen, oder war das Gipfeltreffen nur ein weiteres Kapitel im globalen Machtpoker?
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