US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben sich nach sechs Jahren wieder getroffen – und die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht interpretiert werden. Während Trump von einem „großen Erfolg“ spricht, bleibt Xi auffallend zurückhaltend.
Seltene Erden: Ein „weltweites Abkommen“ oder nur ein Jahr Aufschub?
Donald Trump ließ keine Gelegenheit aus, um das Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping als Triumph zu feiern. „Das Abkommen über Seltene Erden ist nun abgeschlossen und gilt weltweit“, verkündete der US-Präsident laut ORF. Doch aus Peking kamen deutlich nüchternere Töne: Laut Xi wurden lediglich einige Exportbeschränkungen für ein Jahr ausgesetzt. Die Volksrepublik wolle spezifische Pläne prüfen, hieß es aus dem chinesischen Handelsministerium, wie ebenfalls ORF berichtet.
China, der unangefochtene Marktführer bei der Produktion und Weiterverarbeitung von Seltenerdmetallen, hatte zuvor angekündigt, die Exportbeschränkungen auszuweiten. Diese Metalle sind essenziell für Elektroautos, Windturbinen und sogar Kampfjets. Trumps Euphorie scheint also etwas voreilig – oder schlicht übertrieben.
Sojabohnen: Ein Deal für die US-Farmer?
Ein weiteres Thema, das Trump begeistert präsentierte, war der geplante Import „riesiger Mengen“ an Sojabohnen und anderen Agrarprodukten durch China. „Xi hat zugestimmt“, verkündete Trump auf dem Rückflug nach Washington, wie ORF berichtet. Doch auch hier bleibt Peking stumm.
Die US-Sojabauern, die zu Trumps treuesten Unterstützern zählen, hatten in den letzten Jahren stark unter den Handelsstreitigkeiten gelitten. Chinas Zölle auf Sojabohnen trafen die Farmer hart, und die Exporte in die Volksrepublik brachen um 50 Prozent ein. Laut ORF liegt der Marktpreis in den USA aktuell rund 40 Prozent unter dem Niveau von vor drei Jahren. Ob Trumps Ankündigung tatsächlich Realität wird, bleibt abzuwarten.
Ukraine-Krieg: Zusammenarbeit oder leere Worte?
Trump überraschte mit der Aussage, dass die Ukraine ein zentrales Thema des Treffens gewesen sei. „Wir werden zusammenarbeiten, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können“, sagte er laut ORF. Xi hingegen äußerte sich dazu nicht. China, das sich offiziell als neutral im Ukraine-Krieg positioniert, wird von westlichen Ländern beschuldigt, Russland indirekt zu unterstützen.
Trump deutete zudem an, dass es Gespräche über den Kauf von Öl und Gas aus den USA gegeben habe. Peking könnte laut Trump bald Energie aus Alaska beziehen. Diese Aussage veröffentlichte er auf seiner Plattform Truth Social, wie ORF berichtet. Doch auch hier bleibt unklar, wie konkret diese Pläne sind.
Taiwan: Kein Thema, keine Überraschung
Die heikle Taiwan-Frage wurde laut Trump nicht angesprochen. Xi betonte vor dem Treffen, dass China und die USA Partner und Freunde sein sollten. Trump wiederum lobte Xi als „großartigen Staatschef eines sehr mächtigen Landes“. Die beiden Präsidenten scheinen zumindest in der Außendarstellung bemüht, die Spannungen zwischen den Ländern zu entschärfen.
Quellen: ORF.at, Weißes Haus, Chinesische Regierung, APEC
Credits: APA
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