Zwei Kriege, ein Telefon, viele offene Fragen: US-Präsident Donald Trump hat am Montag erstmals seit Ausbruch des Iran-Kriegs mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Das Ergebnis: warme Worte – aber wenig Konkretes.
Ein Gespräch, zwei Agenden
Das Telefonat dauerte eine Stunde und war nach Angaben des Kremls „offen und sachlich“, wie Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte. Beide Seiten hätten einen „konkreten und nützlichen“ Meinungsaustausch geführt. Putin habe nach Gesprächen mit Staatschefs der Golfstaaten und dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian „einige Ideen für eine schnelle politische und diplomatische Lösung“ des Nahost-Konflikts eingebracht.
Trump ließ auf einer Pressekonferenz in Florida wissen, Putin wolle im Nahen Osten „hilfreich sein“ – ein Signal, das Washington offenbar gerne hört. Doch Trump schob sogleich nach: Er habe dem Kremlchef gesagt, er könne „hilfreicher sein, indem er den Krieg zwischen der Ukraine und Russland beendet.“
Ukraine-Krieg: Trumps Frustration wird deutlicher
Schon vor dem Gespräch mit Putin hatte Trump keinen Hehl aus seiner Ungeduld gemacht. Wie der Tagesspiegel berichtet, bezeichnete er den Ukraine-Krieg als „einen nie endenden Kampf“ und drängte Kiew erneut zu Verhandlungen – mit Verweis auf den schnellen russischen Geländegewinn. Die Ukraine selbst hatte Anfang März noch Geländegewinne für sich reklamiert.
Das Telefonat war Trumps erstes direktes Gespräch mit Putin seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar – und ein Zeichen dafür, dass Washington Moskau trotz aller Differenzen als möglichen Vermittler im Nahost-Konflikt nicht abschreibt.
Iran „militärisch erledigt“ – Trump sieht Krieg fast vorbei
In einem am Montag ausgestrahlten Interview mit dem US-Sender CBS erklärte Trump den Iran-Krieg für „so gut wie beendet“. Der Iran habe keine Marine, keine Luftwaffe und kaum noch funktionsfähige Raketen oder Drohnen. „Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig“, so Trump. Wann die USA und Israel ihre Luftangriffe offiziell einstellen, ließ er offen.
Zur Erinnerung: Ende Februar hatten die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran gestartet, bei denen auch Ayatollah Ali Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
Putins Rolle: Vermittler oder Trittbrettfahrer?
Ob Moskau im Iran-Konflikt tatsächlich deeskalierend wirken kann oder will, bleibt offen. Klar ist: Der Kreml nutzt die Lage, um sich als diplomatischer Akteur zu positionieren – während Russland gleichzeitig seinen Krieg in der Ukraine fortsetzt. Für Trump ist das ein Balanceakt: Er braucht Putin möglicherweise im Nahen Osten, hat aber auch den wachsenden Druck im Hinterkopf, den Ukraine-Krieg endlich zu beenden.
Quellen:
- Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/internationales/us-prasident-telefoniert-mit-kremlchef-trump-spricht-von-sehr-gutem-gesprach–putin-will-hilfreich-sein-15335238.html
- AP: https://apnews.com/live/iran-war-israel-trump-khamenei-03-09-2026
- CBS News (Interview Trump): https://www.cbsnews.com
Credits: APA
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