Erst donnerte Donald Trump, dann ruderte er zurück: Im aufgeheizten Zollkonflikt mit China kündigte der US-Präsident zunächst drastische Maßnahmen an. 100-Prozent-Zölle auf sämtliche China-Importe ab November – das war die klare Ansage am Freitag. Der Grund? China hatte zuvor angekündigt, bei den begehrten Seltenen Erden die Exportkontrollen zu verschärfen. Viele Branchen weltweit – von Elektroautos bis Smartphones – sind auf diese Metalle angewiesen. Peking lässt hier seit Monaten die Muskeln spielen, Anträge auf Ausfuhrgenehmigungen werden immer seltener bewilligt, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet (FAZ).
Trump auf Rückzug – die neue Tonlage
Dann die überraschende Kehrtwende: „Wir wollen China helfen, nicht schaden“, schrieb Trump auf seinem eigenen Netzwerk Truth Social. Und weiter: „Machen Sie sich keine Sorgen um China, alles wird gut. Präsident Xi hatte nur einen schlechten Moment.“ Damit klingt der Ton plötzlich viel versöhnlicher als noch am Freitag, als Trump China „feindliche“ Handelspraktiken vorwarf und sogar ein Treffen mit Xi Jinping beim anstehenden APEC-Gipfel infrage stellte (Zeit).
Peking bleibt hart
Doch Peking bleibt bei seiner Linie. Das chinesische Handelsministerium nannte Trumps neue Zolldrohungen ein „typisches Beispiel für Doppelmoral“ und stellte klar, dass man sich nicht einschüchtern lasse (Handelsblatt). China verteidigt die Exportbeschränkungen für Seltene Erden mit Sicherheitsbedenken und verweist auf deren militärische Bedeutung (Zeit).
Chinas Exporte trotzen dem Streit
Während die politischen Fronten verhärten, liefern die Zahlen aus Peking eine kleine Sensation: Chinas Exporte sind im September um satte 8,3 Prozent gestiegen – deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Auch die Importe legten mit 7,4 Prozent kräftig zu, wie die chinesische Zollbehörde offiziell bestätigte (Zeit). Hintergrund: Chinas Unternehmen weichen zunehmend auf Märkte außerhalb der USA aus, verkaufen also mehr nach Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika.t entschieden – und betrifft längst die ganze Welt. Wer letztlich die Oberhand behält, entscheidet sich wohl nicht am Verhandlungstisch, sondern auf den Märkten.
Credits: APA
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