Trump: Noch mehr Soldaten weg aus Deutschland — und Spanien und Italien im Visier

Trump: Noch mehr Soldaten weg aus Deutschland — und Spanien und Italien im Visier

Was am Freitag noch wie eine gezielte Strafaktion gegen Bundeskanzler Merz wirkte, entpuppt sich als breitere Abrechnung mit europäischen NATO-Verbündeten. Trump will deutlich mehr als 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen — und schießt nebenbei gegen Spanien und Italien.

Mehr als 5.000 — Trump legt nach

Kaum hatte das Pentagon am Freitag den Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland offiziell bestätigt, legte Trump am Samstag in West Palm Beach nach. Wie oe24 berichtet, erklärte er: „Wir werden die Zahl noch deutlich stärker reduzieren, und zwar um weit mehr als 5.000.“ Pentagon-Sprecher Sean Parnell hatte den Abzug zuvor mit einer „gründlichen Überprüfung der Truppenpräsenz des US-Verteidigungsministeriums in Europa“ begründet und einen Zeitrahmen von sechs bis zwölf Monaten genannt.

Zur Einordnung: Nach offiziellen US-Angaben vom Dezember 2025 waren knapp über 36.000 amerikanische Soldaten in Deutschland stationiert — das deutsche Verteidigungsministerium spricht aktuell sogar von fast 40.000. Die USA unterhalten rund 20 Einrichtungen in Deutschland, vor allem im Süden und Südwesten des Landes.

Spanien „schrecklich“, Italien „keine Hilfe“

Deutschland ist nicht allein im Visier. Wie oe24 berichtet, drohte Trump auch Spanien und Italien mit einem Truppenabzug — und ließ dabei an Deutlichkeit nichts vermissen. „Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich“, sagte Trump mit Blick auf die ausgebliebene Unterstützung der beiden Länder im Iran-Krieg.

Der unmittelbare Anlass ist bekannt: Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel, Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region, sperrte die Straße von Hormuz — während die USA ihrerseits iranische Häfen blockierten. Europäische NATO-Partner hielten sich mit Solidaritätsbekundungen weitgehend zurück. Das quittiert Trump nun öffentlich und mit militärischen Konsequenzen.

Berlin bleibt gelassen — vorerst

Das deutsche Verteidigungsministerium reagierte auf die neuesten Ankündigungen bislang ohne sichtbare Aufregung. Bereits nach der ersten Abzugsankündigung hatte Bundeskanzler Friedrich Merz betont, die Bundeswehr arbeite im Rahmen der NATO weiterhin Seite an Seite mit den USA. Ob diese Gelassenheit angesichts einer potenziell deutlich größeren Truppenlücke anhält, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Credits: APA

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