Nach der großen Freude über die Freilassung der letzten 20 lebenden Geiseln aus der Gewalt der Hamas, schlägt US-Präsident Donald Trump jetzt ganz andere Töne an. Die Arbeit sei „noch nicht beendet“, donnerte Trump auf seiner Online-Plattform „Truth Social“ und kündigte unmissverständlich an: „Phase zwei beginnt jetzt.“ Damit ist klar: Der Waffenstillstand ist nur der Anfang.
Klare Worte im Weißen Haus
Bei einem Treffen mit dem argentinischen Staatschef Javier Milei am Dienstag legte Trump nach und formulierte eine eiskalte Drohung in Richtung der Terrororganisation. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, fordert Trump die Hamas unmissverständlich auf, die Waffen niederzulegen. Er habe mit Vertretern der islamistischen Gruppe gesprochen, die ihm dies auch zugesagt hätten. Doch der US-Präsident macht deutlich, dass er sich nicht auf leere Versprechen verlässt.
„Und wenn sie sich nicht entwaffnen, werden wir sie entwaffnen, und das wird schnell und vielleicht gewaltsam passieren“, so Trumps unmissverständliche Ansage im Weißen Haus. Wer genau mit „wir“ gemeint ist, ließ er offen, doch die Botschaft ist angekommen. Die Entwaffnung solle „ziemlich, ziemlich schnell“ über die Bühne gehen.
Zähes Ringen um tote Geiseln
Während die lebenden Geiseln wieder in Freiheit sind, sorgt die Rückgabe der sterblichen Überreste für neuen Zündstoff. Die Hamas hatte sich im Abkommen verpflichtet, alle 28 toten Geiseln zu übergeben, doch der Prozess stockt. Zunächst wurden nur vier Leichen übergeben, am Dienstagabend folgten vier weitere. In Israel wächst der Unmut. Regierungsvertreter reagierten laut dem Nachrichtenportal „ynet“ mit „Schock und Frustration“.
Trump machte auf „Truth Social“ seinem Ärger Luft: „Die Toten wurden nicht zurückgegeben – wie zugesagt“, schrieb er. Auch die israelische Regierung erhöht den Druck. Verteidigungsminister Israel Katz warf der Hamas bereits am Montag einen Bruch der Vereinbarungen vor und drohte mit Konsequenzen.
Die große Frage: Wie realistisch ist die Entwaffnung?
Die Forderung nach einer vollständigen Entwaffnung der Hamas ist ein zentraler Punkt des von Trump vermittelten Friedensplans. Doch Experten sind skeptisch. Die Hamas betrachtet ihre Waffen als eine Art Existenzgarantie, wie Simon Engelkes von der Konrad-Adenauer-Stiftung gegenüber der „Deutschen Welle“ erklärte. Ohne ein konkretes politisches Angebot werde die Organisation einem solchen Schritt kaum zustimmen.
Auch der französische Präsident Emmanuel Macron warnte nach der Besiegelung der Waffenruhe in Ägypten vor einer andauernden Bedrohung. „Eine Terrorgruppe mit Tausenden Kämpfern, Tunneln und solcher Bewaffnung zerschlägt man nicht über Nacht“, so Macron. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Trumps harte Worte ausreichen, um die Hamas tatsächlich zum Einlenken zu zwingen – oder ob bald wieder die Waffen sprechen.
Credits: APA
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