US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme von Atomwaffentests angeordnet. Die Ankündigung erfolgte über seinen Onlinedienst Truth Social und wird international aufmerksam verfolgt.
Hintergrund: Reaktion auf Entwicklungen in Russland
Trump begründete seinen Schritt mit den aktuellen Aktivitäten anderer Atommächte. Er wies das Verteidigungsministerium – das er in seiner Mitteilung als „Kriegsministerium“ bezeichnete – an, entsprechende Tests zu initiieren. Wie oe24.at berichtet, steht diese Entscheidung im Zusammenhang mit jüngsten russischen Rüstungsprojekten.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass die Erprobung der atomar angetriebenen Unterwasserdrohne „Poseidon“ bekanntgegeben. Diese Drohne könne mit einem Nuklearsprengkopf ausgerüstet werden und sei laut Putin nicht abzufangen. Zudem verfügt sie nach Angabe russischer Quellen über eine höhere Geschwindigkeit als herkömmliche U-Boote.
Erste US-Atomwaffentests seit 1992 möglich
Sollte es zur Umsetzung kommen, wären es die ersten US-Atomtests seit dem 23. September 1992. Damals hatte Präsident George H. W. Bush ein Moratorium für unterirdische Tests verhängt. Trump machte keine Angaben, welche Waffen getestet werden sollen oder wie die Tests ablaufen könnten. Seine Ankündigung erfolgte kurz vor einem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping in Südkorea.
Reaktionen innerhalb der USA
Die Ankündigung stieß unmittelbar auf Kritik im US-Parlament. Die demokratische Abgeordnete Dina Titus aus Nevada erklärte über die Plattform X, sie wolle ein Gesetz einbringen, um die Wiederaufnahme der Tests zu verhindern.
Der „New Start“-Vertrag zwischen den USA und Russland, der als letzter großer Abrüstungsvertrag gilt, läuft im Februar 2026 aus. Derzeit gibt es laut oe24.at keine laufenden Verhandlungen über eine Verlängerung oder Nachfolgeregelung.
Einschätzungen von Experten
UN-Abrüstungsbeauftragte Izumi Nakamitsu bezeichnete das aktuelle Risiko eines Atomwaffeneinsatzes als so hoch wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Sie betont, dass die Kontrollmechanismen zur Verhinderung eines solchen Einsatzes derzeit besonders fragil seien. Analysten sehen die jüngsten Entwicklungen mit Sorge und warnen vor einer weiteren Eskalation im internationalen Rüstungswettlauf.
Credits: APA
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