Ein Streit um ein abgelegenes Inselparadies im Indischen Ozean sorgt für Spannungen zwischen den USA und Großbritannien. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die geplante Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius als „großen Fehler“.
Ein strategisches Juwel im Indischen Ozean
Die Chagos-Inseln, ein Archipel mitten im Indischen Ozean, sind seit Jahrzehnten ein Zankapfel. Besonders die größte Insel, Diego Garcia, spielt eine zentrale Rolle: Hier befindet sich ein bedeutender US-Militärstützpunkt, der als strategischer Dreh- und Angelpunkt für Operationen im Nahen Osten, Asien und Afrika dient. Die Insel wurde 1965 von Großbritannien von Mauritius abgetrennt, um sie gemeinsam mit den USA militärisch zu nutzen. Die ursprünglichen Bewohner, die Chagossianer, wurden damals zwangsweise umgesiedelt.
Trumps scharfe Kritik
Donald Trump, der die Vereinbarung zwischen Großbritannien und Mauritius zunächst unterstützte, änderte kürzlich seine Meinung. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Rückgabe der Inseln sei „ein Akt der großen Dummheit“ und ein Zeichen von Schwäche, das von China und Russland bemerkt werde. Laut Trump sei es ein Fehler, „extrem wichtiges Land“ aufzugeben, das für die nationale Sicherheit der USA von entscheidender Bedeutung sei.
Britische Regierung verteidigt den Deal
Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer verteidigt die Entscheidung. Der Deal sieht vor, dass Großbritannien die Souveränität über die Inseln an Mauritius überträgt, jedoch Diego Garcia für mindestens 99 Jahre zurückpachtet. Dafür zahlt Großbritannien jährlich 101 Millionen Pfund. Laut Starmer sei dies der beste Weg, um die langfristige Nutzung des Stützpunkts zu sichern und internationalen rechtlichen Herausforderungen zu begegnen.
Die Perspektive der Chagossianer
Während die politischen Führer debattieren, fühlen sich die Chagossianer, die ursprünglichen Bewohner der Inseln, übergangen. Sie fordern seit Jahrzehnten ihr Recht auf Rückkehr und Entschädigung. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch kritisieren, dass die Rechte der Chagossianer in den Verhandlungen ignoriert wurden.
Ein geopolitisches Schachspiel
Die Rückgabe der Chagos-Inseln ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein geopolitisches Thema. Kritiker des Deals, darunter auch Trump, warnen vor einem möglichen Einfluss Chinas auf Mauritius, was die strategische Bedeutung der Region gefährden könnte. Reform UK und andere konservative Stimmen in Großbritannien sehen in der Vereinbarung eine Schwächung der nationalen Sicherheit.
Quellen: oe24.at, BBC, CNN, PBS, Human Rights Watch, Fox News
Credits: APA
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