Wegen verweigerter Militärbasen und zu geringer Verteidigungsausgaben eskaliert Washington den Konflikt mit Madrid. Nun stehen Milliarden im Spiel.
Der Auslöser: Spaniens Nein zu den US-Basen
Die spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez verweigerte der US-Armee die Nutzung zweier Militärstützpunkte in Andalusien für Angriffe auf den Iran. BRF Das Ergebnis: ein offener Bruch zwischen Washington und Madrid — mitten im laufenden Iran-Krieg.
15 US-Militärflugzeuge, hauptsächlich KC-135-Tanker, verließen daraufhin die spanischen Luftwaffenbasen in Rota und Morón und wurden nach Deutschland und Frankreich verlegt. Pravda DE
Trumps Ansage: „Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben“
Die Reaktion Trumps ließ nicht lange auf sich warten. Beim Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus platzte dem US-Präsidenten öffentlich der Kragen. „Wir werden jeglichen Handel mit Spanien einstellen. Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben“, sagte Trump vor versammelter Presse. MarketScreener Deutschland
Noch deutlicher wurde er kurz darauf: „Alle Geschäfte mit Spanien kann ich stoppen. Embargos verhängen – alles, was ich will.“ MarketScreener Deutschland Finanzminister Scott Bessent, der neben Trump stand, kündigte an, den US-Handelsbeauftragten und das Handelsministerium anzuweisen, Ermittlungen darüber einzuleiten, wie Spanien bestraft werden könnte. MarketScreener Deutschland
Mehr als nur die Basen: NATO-Streit verschärft den Konflikt
Der Streit hat eine zweite Front. Trump wies auch auf die öffentliche Weigerung von Sánchez hin, sich den NATO-Verbündeten anzuschließen, die sich verpflichtet haben, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des BIP zu erhöhen. Euractiv Wie t-online berichtet, ist Spanien der einzige NATO-Mitgliedsstaat, der die Erhöhung nicht mittrug, und aktuell der Staat mit den niedrigsten Verteidigungsausgaben im Bündnis. T-online
Auch Merz übte Druck aus: „Wir versuchen, Spanien davon zu überzeugen, auf die 3% oder 3,5% zu kommen, die wir in der NATO vereinbart haben.“ MarketScreener Deutschland
Madrid kontert — aber mit schwacher Hand
Sánchez blieb trotzig. Wie El País berichtet, entgegnete der spanische Ministerpräsident: „Spanien erfüllt seine Verpflichtungen. Wenn die USA die Handelsbeziehungen ändern wollen, müssen sie die bestehenden Abkommen mit der EU respektieren.“ Berliner Zeitung
Außenminister José Manuel Albares legte nach: „Nur durch Deeskalation, Diplomatie und Dialog kann im Nahen Osten ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht werden. Krieg und Gewalt dürfen nicht als Mittel zur Konfliktlösung normalisiert werden.“ BRF
Kann Trump das überhaupt durchsetzen?
Rechtlich ist die Lage komplex. Wie die NZZ analysiert, würde ein Embargo gegen Spanien den Handelsstreit mit der gesamten EU enorm verschärfen — denn die EU ist für die Außenhandelspolitik ihrer Mitgliedsstaaten verantwortlich. NZZ Zudem: Die USA exportieren mehr nach Spanien als umgekehrt — Madrid sitzt beim Handelsstreit am längeren Hebel. NZZ
Interessant auch die innenpolitische Dimension: Trumps Drohungen könnten Sánchez, dessen Regierung innenpolitisch unter großem Druck steht, sogar gelegen kommen — der US-Präsident ist in Spanien sehr unbeliebt. NZZ
Quellen: MarketScreener, t-online, NZZ, Euractiv, Berliner Zeitung, BRF Nachrichten, Euro Weekly News
Credits: APA
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